Aus Tausenden Computersimulationen des frühen Sonnensystems schließt Nesvorny, dass es dereinst einen fünften Gasriesen (im Bild eine künstlerische Darstellung), der in etwa die Masse von Uranus oder Neptun gehabt haben dürfte, in unserem Sonnensystem gegeben haben muss. Der Grund: Jene Berechnungen, bei den man von fünf Großplaneten ausgegangen war, führten öfter zur heutigen Konfiguration als solche mit nur vier Riesen.
Eigentlich wollte Nesvorny die sogenannte "Jumping Jupiter"-Theorie überprüfen, die besagt,dass es durch das gleichzeitige Entstehen einiger Gasriesen in einem Planetensystem zu gravitativen Wechselwirkungen untereinander kommt. Dabei fand er heraus, dass Jupiter tatsächlich sprang, dass dabei aber immer Uranus oder Neptun aus dem Sonnensystem katapultiert wurden.
"Irgendetwas war eindeutig falsch", schreibt Newsvorny. Er fragte sich schließlich, ob das frühe Sonnensystem nicht vielleicht fünf statt vier riesiger Planeten beherbergt habe. Und siehe da: Wenn er die Simulationen (Bild 2) mit einem zusätzlichen Gasriesen laufen ließ, kam die richtige End-Konfiguration wesentlich häufiger heraus. Der Jupiter schleuderte den zusätzlichen Planeten aus unserem Sonnensystem.
Nesvorny hält es für ziemlich wahrscheinlich, dass sich das, was er mittels Computer-Modellen errechnet hat, vor knapp vier Milliarden Jahren tatsächlich so abgespielt hat. "Es passt mit der erst kürzlich gemachten Entdeckung von zahlreichen frei im interstellaren Raum schwebenden Planeten zusammen, die zeigt, dass der Hinauswurf von Planeten nichts Außergewöhnliches ist", glaubt der US-Forscher.








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