Täter erschossen

Geiselnahme auf Personenfähre in der Türkei beendet

Ausland
12.11.2011 11:11
Die Geiselnahme auf einer Personenfähre in der Türkei ist laut türkischen Medienberichten nach rund zwölf Stunden beendet worden. Türkische Sicherheitskräfte haben am Samstagmorgen den Entführer der Fähre erschossen. Der staatliche Fernsehsender TRT berichtete, die Beamten hätten das Schiff gestürmt. Bei dem Entführer habe es sich um einen Einzeltäter gehandelt.

Der Geiselnehmer sei zwischen 28 und 30 Jahre alt gewesen und habe einen Sprengsatz bei sich gehabt, hieß es am Samstagmorgen. Inzwischen haben Ermittler allerdings herausgefunden, dass der junge Mann nur eine Bombenattrappe bei sich hatte. Am Körper des Mannes sei ein Apparat bestehend aus Kabeln und einer bombenähnlichen Flasche gefunden worden, sagte der Gouverneur der Provinz Kocaeli, Ercan Topaca.

Geiselnehmer war Mitglied der PKK
Bestätigt hat sich dagegen der Verdacht, dass der Geiselnehmer ein Mitglied der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK gewesen ist. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Izmit südöstlich von Istanbul seien Dokumente sichergestellt worden, die im Zusammenhang mit der PPK stünden, wie Topaca dem Staatsfernsehen mitteilte. Laut Gouverneur Huseyin Avni Mutlu war der Mann ein Einzeltäter. Anfangs gingen Behörden von vier bis fünf Geiselnehmern aus.

Passagiere und Besatzung wohlauf
Die Passagiere und Besatzungsmitglieder seien dank der sorgfältig geplanten Kommandoaktion von Marinesoldaten und Spezialkräften der Polizei nun in Sicherheit, wie Mutlu berichtete. Während des Polizeieinsatzes sollen mehrere Personen ins Meer gesprungen sein, doch auch sie konnten gerettet werden. An Bord der Fähre befanden sich nach Angaben der Behörden 18 Passagiere, vier Besatzungsmitglieder und zwei Auszubildende.

Kurs auf Öcalans Gefängnisinsel?
Die Operation habe in der Bucht von Silivri stattgefunden, einer Stadt westlich von Istanbul, nachdem die Fähre dort wegen Treibstoffmangels Anker geworfen hatte. Die Fähre verkehrte zwischen den Hafenstädten Izmit und Gölcük im östlichen Maramara-Meer.

Im Marmara-Meer liegt die Imrali-Insel, auf der seit Jahren PKK-Chef Abdullah Öcalan inhaftiert ist. Frühere Medienberichte hatten daher spekuliert, der Entführer könnte die rund 120 Kilometer südwestlich vom Ort der Entführung liegende Insel ansteuern, demnach wurden die Sicherheitsvorkehrungen dort verstärkt.

Die PKK hatte im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufgenommen. In dem Konflikt starben bisher rund 45.000 Menschen. Die Türkei, die EU und die USA stufen die Arbeiterpartei Kurdistans als Terrororganisation ein.

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