Grüne gegen VdB. Rote gegen Rote - das kennen wir. In den vergangenen Wochen mehr denn je. Schwarze gegen Schwarze - das haben wir auch jahrzehntelang erlebt. Grüne gegen Grüne früher auch immer wieder einmal, aber seit sie in der Regierung sitzen, bleibt es ruhig unter den Grünen, auch wenn es vermutlich mehr als genug Diskussionsbedarf gäbe. Bei öffentlichen Äußerungen gelingt es offensichtlich, sich zurückzuhalten. Am allerwenigsten streifen die sonst so kritischen Damen und Herren aus dem Öko- und Friedens-Lager bei ihrem ehemaligen Parteichef an: Alexander Van der Bellen, der Hausherr in der Hofburg, hat grundsätzlich von seinen (ehemaligen) Parteigängern nichts zu befürchten. Bis jetzt. Denn nun sorgt der Bundespräsident offenbar nicht nur in der breiten Bevölkerung, sondern auch in seiner Partei für Unverständnis: Auslöser ist dessen Gratulation für den türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan zur Wiederwahl am Sonntag. Die Nationalratsabgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic war als Wahlbeobachterin in der Türkei und kam zum Schluss, dass die Präsidentenwahl „keine freie Wahl“ war. So sei das Verhalten Van der Bellens unverständlich. Die Abgeordnete wörtlich: „Natürlich gibt es diplomatische Gepflogenheiten, aber es ist ärgerlich, dass Van der Bellen ohne kritische Bemerkung gratuliert hat.“ Noch dazu hatte sich der österreichische Präsident als einer der ersten Gratulanten mit den Glückwünschen bei Erdogan eingestellt. Aber wenigstens wurde er nicht bei den Jubelfeiern der Austro-Türken in Wien-Favoriten gesichtet …
Babler sägt an seinem Stuhl. Apropos Rote gegen Rote. Relativ zurückhaltend über seinen Konkurrenten Andreas Babler gibt sich Hans Peter Doskozil im krone.tv-Interview. Wenn er beim Parteitag nicht gewinnt, dann wäre das für ihn natürlich eine Niederlage, gesteht Doskozil, aber wenn die Funktionäre meinten, dass Babler der bessere Bundesparteivorsitzende ist, dann sei das natürlich zu akzeptieren. Landeshauptmann würde er aber natürlich bleiben. Wobei sich Bablers Chancen bei der Stichwahl am Samstag durch dessen via „Krone“ publik gewordene Aussagen zur EU kaum verbessert haben dürften. Im Jahr 2020 hatte der Traiskirchner Bürgermeister davon gesprochen, dass die EU das „aggressivste außenpolitische militärische Bündnis“ sei, das es je gegeben habe. Eine Ansicht, die zwar mancher teilen wird, aber als Staatsmann wird man damit nicht berühmt. Wie formuliert es der satirische „Herr Nimmerwurscht“ heute in der „Krone“?: „Babler ist gegen EU und NATO und sägt damit eher am Stuhl von Kickl als an dem von Doskozil“. Dem könnte man hinzufügen: und vor allem auch an seinem eigenen Stuhl.
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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