Gelächter geerntet
Erneute Blamage bei TV-Debatte für Republikaner Perry
Perry kündigte an, nach seiner Wahl ins Weiße Haus drei Behörden abzuschaffen, konnte aber letztlich nur zwei nennen: "Ich würde das Bildungsministerium abschaffen, das Handels- und ... das dritte kann ich nicht ...", sagte Perry bei der Livesendung von CNBC und beendete seine Ausführung mit einem enttäuschten "Oops".
Spott und Gelächter für Perry
Die Zuschauer im Fernsehstudio reagierten mit Gelächter und am Kurznachrichtendienst Twitter ergoss sich der Spott. Viele politische Kommentatoren meinten schon vorher, dass Perry seine einstige Position an der Spitze des Bewerberfeldes vor allem durch seine schlechten Fernsehauftritte eingebüßt hat. Zwischenzeitlich hatte sein Wahlkampfteam gar angekündigt, künftig nicht mehr an jeder Debatte teilnehmen zu wollen.
In den Umfragen ist Perry mittlerweile auch recht weit abgeschlagen. Ob es ihm da noch hilft, dass ihm gegen Ende der Sendung doch noch die dritte Behörde - nämlich das Energieministerium - eingefallen ist, die er loswerden will, bleibt abzuwarten.
"Menschliche Variante des Spaceshuttles 'Challenger'"
"Das war der schlimmste Moment in der Geschichte moderner TV-Debatten", kommentierte jedenfalls eine Moderatorin des Senders CNN den Auftritt. "Das war die menschliche Variante des (vor 25 Jahren vor aller Augen explodierten, Anm.) Spaceshuttles 'Challenger'", beschreibt Mark McKinnon, ein Berater des früheren Präsidenten George W. Bush, die Szene in der "New York Times". Er muss es wissen, galt sein Ex-Chef doch als Meister der Versprecher: "Sie haben mich fehlunterschätzt", ist nur ein Beispiel aus Bushs Zitatenschatz.
Der Vergleich mit Bush ist nicht weit hergeholt: Perry ist sein direkter Nachfolger als Gouverneur von Texas. Vom Dialekt über seinen Gang à la John Wayne bis hin zu seiner absoluten Waffenverliebtheit pflegt er sein Image als Cowboy. Das versuchte er auch nach dem Debatten-Debakel in Detroit für sich zu nutzen. "Ich bin froh, dass ich heute Abend meine Stiefel an hatte, weil ich da draußen voll hineingetreten bin", sagte er, freilich ohne das Sch-Wort zu benutzen, als er sich vor dem Saal den Reportern stellte.
Unglaublicher Absturz des Shooting-Stars
Es ist ein unglaublicher Absturz des einstigen Shooting-Stars der Republikaner. Ewig hatten Parteigenossen ihn gedrängt, ins Präsidentenrennen einzusteigen. Als er im Sommer endlich zusagte, schoss er in den Umfragen gleich an die Spitze. Doch dann kamen die Fernsehdebatten und eine Reihe von Stotterern und Fehlaussagen. Schon Ende Oktober meinte Perry: "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann wahrscheinlich, dass ich überhaupt jemals diese Debatten mitmachte." Er betonte am Donnerstag in zahlreichen Interviews zwar, an seiner Kandidatur festzuhalten - doch seine Chancen gelten nun als minimal.




Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.