40.000 Autos am Tag sind „normal“ auf der Haller Bundesstraße. Spanferkelduft statt Auspuffgestank war am Samstag die Devise. Stadtführung und Gemeindebürger machten auf diese Weise auf die nach wie vor ungelöste Verkehrsproblematik aufmerksam.
Haller Ober- und Unterstadt sind seit den 1970er-Jahren durch die Bundesstraße getrennt. Am Samstag eroberten sich die Bürger den Straßenraum zurück. Wenn auch nur temporär. Verbindendes Element war eine 200 Meter lange Tafel mit 800 Sitzplätzen. Ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Kulinarik und Unterhaltung war geboten. Es war aber kein Straßenfest im herkömmlichen Sinn, bei dem es um die Gaudi und eine nette Auszeit vom Alltag geht. „Hall tafelt“ hat einen ernsten Hintergrund: die überbordende Verkehrsbelastung mitten in der Stadt.
Kreuzung blieb ausgespart
Der neuralgischste Punkt, die Kreuzung beim Unteren Stadtplatz, blieb vom Fest ausgespart. Aber östlich davon ging die offiziell „Bürgerversammlung“ genannte Feier zur Verbindung der Stadtteile mit großer Beteiligung der Menschen über die Bühne. Anliegen der Stadtgemeinde ist es, die Öffentlichkeit, aber auch Behörden und Landespolitik auf die nach wie vor ungelöste Gesamtproblematik aufmerksam zu machen.
Idee einer Untertunnelung
Der parteifreie Bürgermeister Christian Margreiter radelte mit einem türkisen Elektro-Tandem durch die Festmeile und warb für die Idee einer Untertunnelung, eine von mehreren Versuchen, „sich aus dem Würgegriff des Verkehrs“ zu befreien. Der bislang letzte war die „Verkehrsspange Hall-Ost“ mit Autobahnanschluss und Verlegung der Bundesstraße, gescheitert an einer Bürgerbefragung in Mils im Jahr 2015.
Doch von Problemen dieser Art wollten die Festbesucher am Samstag nichts wissen. Die Freude über das erste große Fest dieser Art dominierte!
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