Österreich ist wieder ein Stückchen schwarz-blauer. Auch das Bundesland Salzburg bekommt, das ist seit gestern endgültig fix, eine ÖVP-FPÖ-Koalition. Wilfried Haslauer, ein bisher der FPÖ fernstehender Schwarzer, hat sich zur Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen durchgerungen. Er weiß, dass er - auch vor den Menschen im Land - über einen großen schwarzen Schatten springen muss. So appellierte er gestern denn auch: „Geben Sie der Regierung eine Chance“. Von der massiv kritisierten gleichfarbigen Koalition in Niederösterreich bemüht man sich in Salzburg abzuheben. Unter anderem mit einer Präambel zur Regierungsvereinbarung, in der man die „Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit“ des Landes Salzburg festschreibt. Das einzuhalten - ob das Haslauer gelingen kann? Die Zweifel sind groß, auch die Zweifel daran, ob der jetzt 67-Jährige tatsächlich, wie er beteuert, die gesamte fünfjährige Legislaturperiode an der Landesspitze bleiben wird.
Der Anti-Gusenbauer. Ein Mann in aller Munde: Andreas Babler, Bürgermeister von Traiskirchen - und vielleicht in einer Woche neuer Bundesparteiobmann der SPÖ. Im Interview mit Conny Bischofberger gibt sich der 50-Jährige gleichermaßen kämpferisch wie versöhnlich. Gewinnt er beim Parteitag in der Stichwahl gegen Hans Peter Doskozil, dann würde er, wie er verspricht, alle einbinden, von Hans Peter Doskozil über Evi Holzleitner, Beppo Muchitsch bis Julia Herr und Max Lercher müsse für alle Platz sein. Auch für Pamela Rendi-Wagner, die er unterstützt habe und dafür von manchen Genossen kritisiert worden sei. Zu seiner Marxismus-Aussage („Krone“-Postler Michael Jeannée nennt sie heute in seiner Kolumne „bescheuert“) muss Babler natürlich auch Stellung nehmen. Er sehe es wie Kreisky, die SPÖ-Parteigeschichte nehme immer wieder auf Elemente aus dem Marxismus Bezug. Auf Kreisky bezieht sich Babler gerne, auf einen anderen ehemaligen SPÖ-Bundeskanzler offenbar nicht. Denn auf Bischofbergers Frage, ob Kanzler wie bei Alfred Gusenbauer schon im Sandkasten sein Berufswunsch gewesen sei, antwortet er lachend: „Ich glaube, ich bin eher der Anti-Gusenbauer der Bewegung.“ Das jedenfalls glaubt man ihm.
Kommen Sie gut durch den Samstag!









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