05.11.2011 11:09 |

Weltweite Studie

Österreich hat Nachholbedarf bei Gleichstellung

Österreich hat Nachholbedarf, was die Gleichstellung von Frauen betrifft, das zeigt der aktuell vorliegende Gender Gap Report 2011. Zwar konnte sich die Alpenrepublik in der Gesamtwertung vom 37. Rang etwas verbessern und rangiert nun auf dem 34. Platz, dennoch ortet Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner "enormen Handlungsbedarf" im Bereich der Bildung und bei Lohnunterschieden.

Der Gender Gap Report des World Economic Forums untersucht vier Bereiche: wirtschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt, die Bildungsbeteiligung, Gesundheit und Lebenserwartung sowie die Präsenz von Frauen in der Politik.

Auf Platz eins in der Gesamtbewertung der internationalen Studie steht wie bereits im Vorjahr Island, gefolgt von Norwegen, Finnland und Schweden. Weit besser als Österreich rangieren auch die Schweiz (10.), Deutschland (11.) und Spanien (12.). Ebenfalls vor Österreich liegen Länder wie die Philippinen (8.), Mosambik (26.) und Uganda (29.).

Bei Lohngerechtigkeit nur auf Platz 116
Schlecht bestellt ist es um die Lohngerechtigkeit, hier erreicht Österreich den 116. Platz. In nur 19 Ländern der Welt ist die Gehaltsschere noch größer. Schwentner führt die Einkommensnachteile für Frauen auf die traditionelle Berufswahl zurück: "In der Bildung und bei der Berufsorientierung sehe ich großen Handlungsbedarf. Man muss dort ansetzen, weil das der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit ist."

Was die Chancengleichheit von Mädchen und Burschen in der Schulausbildung nach Abschluss der Grundschule betrifft, liegt Österreich im Vergleich mit 135 Ländern auf Platz 103. Schwentner fordert deshalb "unbedingt" eine geschlechtersensible Bildungsstrategie: "Das muss Teil der Bildungsreform sein", meinte sie und sieht "eklatanten Bedarf" bei Unterrichtsministerin Claudia Schmied.

Schwentner: "Bei Lehrplänen einiges zu tun"
Die Grünen-Abgeordnete drängt auch auf eine verpflichtende geschlechtersensible Ausbildung von Pädagogen, ein entsprechendes Überarbeiten der Unterrichtsmaterialien und der Lehrpläne - so werde etwa noch immer zwischen textilem und technischem Werkunterricht unterschieden. "Bei den Lehrplänen und Bildungsstrategien ist einiges zu tun", stellte Schwentner fest.

Die Frauensprecherin sieht aber auch im Frauenressort Handlungsbedarf. Zwar würden sich im Nationalen Aktionsplan einige Ansatzpunkte finden, sie vermisst allerdings die Ergebnisorientierung. "Man braucht eine Evaluierung, um zu sehen, ob man die Ziele erreicht", so Schwentner.

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