Auf Mikro vergessen
ETA-Terroristen "Scheißkerle": Richterin tritt ab
Adoración Zubeldia, Witwe eines im Jahr 2001 mit einer Autobombe in der nordspanischen Region Navarra ermordeten Stadtrats, hatte vor Gericht weinend die letzten Lebensmomente ihres Ehemannes beschrieben: "Das Auto brannte, und mein Mann verbrannte im Inneren."
"... und obendrein lachen diese Scheißkerle"
Als die mutmaßlichen Täter, darunter der frühere ETA-Militärchef Francisco Javier García Gaztelu alias "Txapote", daraufhin zynisch lächelten, reagierte Richterin Murillo mit den Worten: "Arme Frau ... und obendrein lachen diese Scheißkerle ("cabrones") noch" - ohne zu wissen, dass das Mikrofon noch eingeschaltet war.
Am Donnerstag kündigte die Richterin ihren Rückzug aus dem Prozess vor dem zuständigen Gericht in Madrid an. Zu Begründung sagte sie, sie wolle dem Verfahren nicht schaden. Murillo gab zu, die Verwendung des Wortes "Scheißkerle" sei tatsächlich unglücklich gewesen.
"Genau das gesagt, was ganz Spanien denkt"
Ihr Kommentar hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, ihre Unparteilichkeit als Richterin wurde infrage gestellt. Der Vorsitzende des spanischen Parlaments, José Bono, warf ihr zwar vor, einen großen Fehler gemacht zu haben, meinte aber, dass die Richterin "genau das gesagt" habe, "was ganz Spanien denkt".
Die ETA hat sich vor zwei Wochen nach 43 Jahren von der Strategie des Terrors losgesagt. In einer Videobotschaft (Bild) hieß es: "Die ETA hat entschieden, ihre bewaffnete Aktivität definitiv einzustellen." Ob sie sich auflösen und ihre Waffen abgeben will, teilte die Organisation jedoch nicht mit.




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