"Ruhige Nacht"

Handy- und Süßigkeiten-Raub an Halloween

Österreich
01.11.2011 13:51
Die Halloween-Nacht hat den heimischen Behörden trotz Feierwut und Streiche-Laune relativ wenig Arbeit beschert. Zwei Fälle von Süßigkeiten-Raub wurden angezeigt, ebenso wie der Raub von Handys durch Maskierte. In den meisten Bundesländern war es allerdings eine "ruhige Nacht", wie die zuständigen Polizeistellen am Dienstag mitteilten.

Die Maskeraden sorgten bei manchen für Übermut, teils waren sie aber auch Schutzmantel für kriminelle Aktionen: In Wien-Floridsdorf etwa wurden am frühen Montagabend zwei 15-Jährige in einer Parkanlage von sechs mit weißen Vampirmasken verkleideten Jugendlichen bedroht und sogar mit einer Pistole dazu gezwungen, ihre Handys herauszugeben. Die Täter entkamen unerkannt.

Auch drei Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren wurden Opfer eines Raubes. Als sie im Zuge des Halloween-Brauches in der Wiesberggasse in Wien-Ottakring umherzogen, kamen plötzlich zwei mit Kapuzen maskierte junge Männer auf sie zu und bedrohten sie. Die Täter packten die Elfjährige am Arm und forderten die Mädchen auf, die Süßigkeiten herzugeben. Nachdem die Jugendlichen den Opfern die Sackerl entrissen hatten, flüchteten sie mit einem Moped.

Fünf Jugendliche tobten sich außerdem in einer Schule in Wien-Meidling aus. Die Burschen, die laut Zeugen Scheiben eingeschlagen hatten, wurden festgenommen und räumten laut Polizei ein, einen "aus dem Ruder geratenen" Halloween-Scherz geplant zu haben.

Süßigkeiten-Raub in Tirol
In der Tiroler Bezirksstadt Imst kam es ebenfalls zu einem Süßigkeiten-Raub, so die Polizei: Zwei Burschen entrissen einem Zehnjährigen sein Plastiksäckchen mit gesammelten Süßigkeiten. Die Beamten konnten die Tatverdächtigen im Alter von 14 und 15 Jahren rasch ausforschen.

In der Gemeinde Zirl (Bezirk Innsbruck Land) gab es einen Fall von Sachbeschädigung: Eine Hausbesitzerin meldete einen Eierwurf auf ihre Fassade, so die Polizei.

Geworfene Eier in Salzburg und Linz
Die Halloween-Nacht ist in der Stadt Salzburg laut Polizeisprecher Anton Schentz "relativ ruhig" verlaufen. "Wir hatten um neun bis zehn Prozent mehr Einsätze als in einer herkömmlichen Nacht vor einem Feiertag." Von schweren Sachbeschädigungen sei bisher nichts bekannt. In den Stadtteilen Maxglan und Lehen wurde in den Straßen mit Eiern herumgeworfen, einmal landeten die Eier auf einem öffentlichen Bus. In Anif im Flachgau wurde ein Auto beschädigt.

Ein als Zombie verkleideter Autofahrer hat aufmerksamen Verkehrsteilnehmern auf der Tauernautobahn bei Grödig einen gehörigen Schrecken eingejagt. Aufgeregt schilderten sie am Dienstag um 7.55 Uhr über Notruf der Polizei, dass auf dem Autobahnparkplatz Glanegg eine blutüberströmte und wahrscheinlich tote Person in einem Wagen liege. Wie sich herausstellte, trug der 23-jährige Salzburger nur rote Schminke im Gesicht und war eingeschlafen. Er hatte 0,96 Alkohol im Blut. Die Polizisten nahmen dem jungen Mann den Führerschein vorläufig ab. Wegen eines kaputten Reifens wurde der Pkw abgeschleppt, hieß es in einem Bericht der Sicherheitsdirektion.

Ruhige Nacht in den übrigen Bundesländern
Relativ ruhig ist die Halloween-Nacht auch in Oberösterreich verlaufen. Es wurden keine größeren strafbaren Handlungen gemeldet, wie die Polizei Linz und die Sicherheitsdirektion Oberösterreich mitteilten. In Linz wurde ein Fall gemeldet, wo Unbekannte Eier auf eine Hausmauer geworfen hatten, außerdem schossen vermutlich Jugendliche einen Kracher auf ein vorbeifahrendes Auto. Es sei aber zu keinen nennenswerten Schäden gekommen.

Für die Rettung war die Halloween-Nacht in Niederösterreich durchschnittlich, hieß es bei "144 - Notruf NÖ". Auch bei der Sicherheitsdirektion wusste man am Dienstagvormittag nichts von vermehrten nächtlichen Einsätzen oder Sachbeschädigungen.

Im Burgenland ist die Nacht nach Angaben der Einsatzkräfte ohne besondere Vorkommnisse verlaufen: Es gebe keine Meldungen über Vorfälle im Zusammenhang mit Halloween, es lägen bisher auch keine Anzeigen vor, hieß von der Sicherheitsdirektion.

Ruhig war die Halloween-Nacht auch in der Steiermark. Bei der Sicherheitsdirektion lagen am Dienstagmittag keine Meldungen vor, beim Stadtpolizeikommando Graz hieß es, dass rund 20 Sachbeschädigungen angezeigt wurden. Etwa die Hälfte davon waren "Eierbeschuss". Beim Roten Kreuz Steiermark dagegen waren sehr wohl mehr Einsätze als in einer normalen Freitag- oder Samstagnacht zu bewältigen: Partytiger hätten auch durch das lange Wochenende etwas mehr als sonst getrunken, weshalb es mehr Zwischenfälle mit alkoholisierten Patienten gab.

In Kärnten war von Halloween - zumindest für die Behörden - nichts zu bemerken. "Es war eigentlich eine eher ruhige Nacht", hieß es etwa bei der Polizei.

Auch in Vorarlberg dürfte es keine gröberen Zwischenfälle gegeben haben. Die Sicherheitsdirektion berichtete von eingeschlagenen Glasscheiben bei der Anschlagtafel der Pfarrkirche Mellau (Bregenzerwald) sowie von Graffiti-Schmierereien an den Wänden der Unterführung des Bahnhofes in Bludenz. Ansonsten sei es aber verhältnismäßig ruhig geblieben, die Vorkommnisse haben sich offenbar auf einige kleinere Sachbeschädigungen beschränkt.

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