Prozess vertagt
Sanader vom Gericht direkt ins Spital eingeliefert
Sanader kam nicht im Anzug zum Gericht, sondern in dunklen Jeans und schwarzem Pullover, wofür er sich entschuldigte: "Ich habe angenommen, dass ich direkt ins Krankenhaus fahre." Er hatte sich im Salzburger Gefängnis, wo er von 10. Dezember 2010 bis 18. Juli 2011 inhaftiert war, eine Fußverletzung zugezogen. Sanader legte dem Gericht zudem Befunde vor, wonach er an Bluthochdruck und Herzrhytmusstörungen leide.
Richter Ivan Turudic reagierte verärgert, ließ die Befunde aber von einem Gutachter bewerten und Sanader dann zur Abklärung direkt ins Spital einliefern. Gröbere gesundheitliche Probleme wurden dort allerdings nicht diagnostiziert. Der Prozess wird Anfang November fortgesetzt.
Kulturer und Striedinger im Zeugenstand
In diesem ersten Verfahren gegen den konservativen Ex-Politiker geht es um knapp 3,6 Millionen Kuna (481.026 Euro) Schmiergeld, das Sanader von der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank bei der Aufnahme eines Kredites für das kroatische Außenministerium erhalten haben soll.
Zum Prozess sind 19 Zeugen geladen, darunter der ehemalige Außenminister Mate Granic und der frühere Premier Nikica Valentic. Auch die ehemaligen Hypo-Chefs Wolfgang Kulterer und Günther Striedinger sollen im Lauf des Prozesses als Zeugen aussagen. Wird Sanader verurteilt, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
Weitere Anklagen gegen Ex-Premier
Gegen Sanader, von 2004 bis 2009 kroatischer Premier, erhob die Staatsanwaltschaft außerdem noch Anklage wegen Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von zehn Millionen Euro. Er soll vom ungarischen Ölkonzern MOL bestochen worden sein, um den Ungarn die Führung beim kroatischen Konzern INA zu übergeben.
Die Behörden ermitteln noch in anderen Fällen, in denen noch keine Anklage erhoben wurde. Sanader wird in einem der größten Fälle, dem Fall "Fimi Media", Bildung einer kriminellen Vereinigung und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Dabei sollen mehr als 100 Millionen Kuna aus staatlichen Unternehmen abgezogen worden sein.
Ermittlungen gegen kroatische Regierungspartei
Das Geld soll in sogenannte schwarze Kassen seiner ehemaligen Partei Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) geflossen sein. Wegen der "schwarzen Fonds" ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft USKOK auch gegen die Regierungspartei HDZ.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.