Insgesamt 16.000 Menschen haben bisher Leistungen des „Wohnschirms“ in Anspruch genommen - Tendenz steigend. Der Bund stockt deshalb die Zahl der Beratungsstellen auf. In Vorarlberg allerdings nicht.
Die Zahlen sind alarmierend: Seit März 2022 mussten bereits 8300 Personen (3600 Haushalte) österreichweit die Leistungen des von der Bundesregierung geschaffenen „Wohnschirms Miete“ in Anspruch nehmen, um nicht obdachlos zu werden. In Vorarlberg erhielten 129 Haushalte mit 346 Personen diese Hilfe. 107 Familien konnten damit in ihrer Wohnung bleiben, 22 Haushalte erhielten Unterstützung beim Wechsel in eine günstigere Bleibe.
Es ist bis zur letzten Minute möglich, die Wohnung zu erhalten. Ich appelliere an alle, die Hilfe brauchen: Melden Sie sich bei den Beratungsstellen!

Sozialminister Johannes Rauch
Bild: APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER
Weitere 7800 Österreicher (2900 Haushalte) ließen sich über den „Wohnschirm Energie“ bei ihren Rechnungen für Strom und Gas unter die Arme greifen, 110 Haushalte bzw. 297 Personen waren es in Vorarlberg. Für 22 dieser Ländle-Haushalte wurden Rückstände bei den Energiekosten übernommen, 87 erhielten eine Pauschale für künftige Rechnungen. Insgesamt gab der Bund dafür bisher 18 Mio. Euro aus.
Wohnkosten sind eine große Belastung
„Der Wohnsektor macht uns große Sorgen“, sagte Sozialminister Johannes Rauch bei einem Pressetermin mit Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker in Bregenz und verwies auf eine aktuelle Umfrage. Diese zeige, dass ein Viertel der Bevölkerung die Wohnkosten als „schwere finanzielle Belastung“ empfindet, 27 Prozent rechnen mit Zahlungsproblemen, acht Prozent seien schon in Verzug.
Mehr Beratungsstellen
Daher soll nun die Zahl der Beratungsstellen von 140 auf 163 aufgestockt werden. Allerdings nur in Ostösterreich. „In Vorarlberg kann die Nachfrage von den bestehenden Beratungsstellen gut abgedeckt werden“, versichert Wiesflecker.
Ländle-Präventivangebote greifen
Übrigens: Dass die „Wohnschirm“-Leistungen in Vorarlberg vergleichsweise wenig konsumiert werden, hat nichts mit der Dringlichkeit des Problems zu tun. Ganz im Gegenteil: Der Anteil der Wohnkosten in Relation zu den Einkommen ist im Ländle so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Allerdings werden viele Härtefälle bereits durch landeseigene Angebote präventiv abgefedert, dafür stehen jährlich neun Mio. Euro zur Verfügung.
Dennoch ist die lange rückläufige Zahl gerichtlicher Räumungsverfahren 2022 erstmals wieder gestiegen. „Ich befürchte, dass diese Tendenz anhalten wird“, sagt Wiesflecker.








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