Tschechien ist durch

Deutschland unterliegt Tschechien

Nachrichten
04.05.2005 09:17
Das deutsche Nationalteam ist auf dem besten Weg, Österreich in die Relegation zu folgen. Nach der 0:5-Niederlage unseres Teams gegen Weißrussland unterlag Deutschland Mitfavorit Tschechien mit 0:2. Ein Sieg gegen die Schweiz könnte aber noch die Rettung sein.

Chance gegen Tschechien verpasst, nun ein Schicksalsspiel gegen die Schweiz: Nur ein Sieg gegen den Erzrivalen bewahrt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Österreich nach dem 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) gegen Mitfavorit Tschechien vor dem Gang in die Abstiegsrunde. Der anfangs ängstliche, dann aber couragierte Auftritt gegen den Ex-Weltmeister am Dienstag war zumindest eine Steigerung nach dem schwachen Start beim 1:2 gegen Kasachstan. Pavel Kubina (8.) und Petr Sykora (54.) stellten den zweiten tschechischen Erfolg nach dem 3:1.über die Schweiz und damit den Einzug in die Zwischenrunde sicher. Das DEB- Team ist am Donnerstag (20.15 Uhr/DSF) unter Zugzwang, nach dem 2:1 der Schweizer über Kasachstan geht es nun auch um die Tordifferenz.

"Wenn wir punkten, müssen wir nicht rechnen", sagte Bundestrainer Greg Poss vor der Partie gegen Tschechien und gab als Zwischenziel aus: "Wir wollen kein Gegentor in den ersten zehn Minuten und alles investieren, um gut in das Spiel reinzukommen." Der Plan ging schief: Als Nico Pyka auf der Strafbank saß, traf Kubina per Schlagschuss nach Zuspiel von Superstar Jaromir Jagr. 

Finger gebrochen
Nur im Abschluss zeigte der Favorit wie schon in den vergangenen Wochen Schwächen. Und mit zunehmender Spieldauer kam das deutsche Team nach zuletzt sieben Niederlagen besser in die Partie gegen die fast nur mit Nordamerika-Legionären besetzten Tschechen, denen das körperbetonte deutsche Spiel nicht behagte. Zudem musste Jagr nach einem Stockschlag von Stefan Schauer vom Eis (29.). Jagr brach sich den kleinen Finger, wie eine sofortige Untersuchung im Krankenhaus ergab. 

Auch die Deutschen strahlten zu selten Torgefahr aus und vergaben eine 100-sekündige 5:3-Überzahl kläglich. Bei einem Schuss von Daniel Kreutzer an den Innenpfosten fehlten aber nur Zentimeter zum 1:1 (40.). Erst Sykora erlöste mit seinem Sololauf die Puck-Artisten aus Tschechien, die damit wie Titelverteidiger Kanada und die USA bereits eine Runde weiter sind. 

Österreich - Weißrussland 0:5 (0:1, 0:2, 0:2)
Dabei begann das Spiel für Österreich gar nicht so schlecht, man lieferte sich mit den Weißrussen einen offenen Schlagabtausch, in der 15. Minute aber die kalte Dusche: Grabowsky erzielt das 1:0 für die Weißrussen.

Das zweite Drittel startet mit einer gut zehnminütigen Druckphase der Österreicher, die die Weißrussen kaum aus ihrem Verteidigungsdrittel herauskommen ließen. Aber selbst eine 5 zu 3 Überzahlsituation konnte nicht genützt werden. das genaue Gegenteil bei den Weißrussen, die aus ihrer praktisch ersten Chance im zweiten Drittel abermals durch Grabowsky das 2:0 erzielten. Damit war das Spiel eigentlich schon gelaufen. Die Österreicher scheiterten immer wieder am weißrussischen Keeper, der an diesem Abend keine Schwäche zeigte. Die Folge war das 3:0 durch Zadelenow, kurz vor Ende des Mitteldrittels.

Volles Risiko - unbelohnt
Im Schlussdrittel reagierte Teamchef Pöck - er reduzierte zunächst auf nur mehr drei Sturmlinien, aber Grabowsky mit seinem dritten Treffer des Abends (45.) machte allen Hoffnungen ein jähes Ende. Was folgte war ein Unspiel, wie man es von einem österreichischen Team selbst gegen große Nationen schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat: kaum ein Pass kam mehr an, es hagelte Zwei-Minuten-Strafen und das 5:0 durch Koltsow.

Am Ende stand die bittere Erkenntnis, dass derartig viele Ausfälle von Schlüsselspielern wie Vanek, Brandner, Pöck, Divis, Koch usw. für das junge österreichische Team (noch) nicht zu verkraften sind. Dennoch wäre es unfair, Herbert Pöcks Cracks an diesem einen Spiel zu messen. Bei der WM im Vorjahr und auch beim Eröffnungsspiel gegen Russland zeigten Setzinger & Co. wozu sie an einem guten Tag im Stande sind. Und dass uns in Abwesenheit von Thomas Vanek und Christoph Brandner ein richtiger Goalgetter fehlt, ist auch keine überraschende Neuigkeit...

Jetzt gegen den Abstieg
Die weitere Marschroute für die WM ist nun vorgegeben: selbst ein Sieg über die Slowakei am Mittwoch kann Österreichs Team nicht mehr vor der Relegation retten. Dort treffen die vier Letztplatzierten der einzelnen Gruppen aufeinander. Nach derzeitigem Stand wären dies neben Österreich noch Slowenien, Dänemark und - Deutschland! In dieser Relegationsgruppe muss man mindestens Platz zwei erreichen, um nicht in die B-Gruppe abzusteigen - ein Ziel, dass Österreichs jungem Team trotz allem zuzutrauen ist!

Schweiz - Kasachstan 2:1 (1:1, 0:0, 1:0)
Die Eishockey-Nationalmannschaft der Schweiz hat ihren ersten Sieg verbucht und sich eine gute Chance auf den Einzug in die Zwischenrunde erspielt. Die Schweizer gewannen 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) gegen Kasachstan, das zuvor die deutsche Auswahl mit 2:1 bezwungen hatte. Wie die deutsche Mannschaft gerieten auch die Schweizer gegen Kasachstan durch ein Überzahltor von Alexej Litwinenko (7.) früh in Rückstand. Zwei Tage nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen Tschechien gelang den Eidgenossen jedoch die Wende. Patrick Fischer (11.) und Sandy Jeannin (45.) drehten die mäßige Partie noch um.

Kanada – Slowenien 8:0 (3:0,2:0,3:0)
Kanada feierte nach dem mühsamen 6:4 beim Start über Lettland einen Kantersieg gegen Neuling Slowenien, der schon gegen die USA mit 0:7 unter die Räder gekommen war. Je zwei Mal trafen beim 8:0 Joe Thornton (2./6.) und Brendan Morrison (14./47.). Erfolgreich waren außerdem Kirk Maltby (22.), Simon Gagne (33.), Rick Nash (45.) mit seinem vierten WM-Tor und Ryan Smyth (55.).

Während der Partie in Innsbruck stürzte die Kamera eines Fotografen auf das Eis, verletzt wurde aber niemand. In der Wiener Stadthalle, wo das Eis weiter sehr weich ist, verzögerte eine defekte Tür an der Schweizer Spielerbank die Fortsetzung der Partie zwischenzeitlich für einige Minuten.

Die US-Boys taten sich beim 3:1 (0:1, 1:0, 2:0) gegen Lettland wesentlich schwerer.

Schweden - Dänemark 7:0 (2:0, 3:0, 2:0)
Leichtes Spiel hatte der Favorit im skandinavischen Duell: die Schweden wurden ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht und siegten locker mit 6:0. Sedin und Axelsson im ersten Drittel, abermals Sedin, Alfredsson und Kahnberg im Mitteldrittel und im Schlussdrittel Hedström und Sedin mit seinem dritten Treffer an diesem Abend sorgten für klare Verhältnisse und dafür, dass Schweden bereits - wenig überraschend - fix in der Zwischenrunde steht - die Dänen müssen in ihrem nächsten Spiel gegen die Ukraine um die Zwischenrunde kämpfen. Angesichts der letzten Ergebnisse, muss man aber wohl mit der Relegation rechnen...

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