Pilotprojekt in OÖ

Auf der Überholspur in die Spitals-Ambulanz

Oberösterreich
14.05.2023 09:00

Ein Pilotprojekt soll Patienten von den Krankenhäusern weglenken. Wer wirklich hin muss, bekommt dafür Vorrang. Währenddessen zeigen neue Zahlen überraschend: Die Ambulanzbehandlungen sind im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr weniger geworden.

Patienten auf der Überholspur! Das soll die aktuelle Spitalskrise lindern. Und zwar so: Seit dem Vorjahr können Oberösterreicher mit medizinischen Problemen bei der Hotline 1450 anrufen. Verweisen die Gesundheitsexperten auf ein Krankenhaus, bekommen die Anrufer per SMS ein „Ticket“, mit dem sie in der Spitalsambulanz andere überholen können, schneller dran kommen.

57 Patienten auf „Fastlane“
Das soll ein Anreiz zur „Patientenlenkung“ sein: Nur wer wirklich muss, soll die ohnehin überlasteten Spitäler aufsuchen. Noch ist die sogenannte „1450 Fastlane“ ein Pilotprojekt und auf das Krankenhaus Ried sowie das Kepler-Uniklinikum beschränkt. Nach der Erprobung soll es auf das ganze Bundesland ausgeweitet werden. Bisher ist die Inanspruchnahme bescheiden: Zwischen Juli und November 2022 wurden 57 Patienten auf diesem Wege ans Spital verwiesen.

Weniger Ambulanzbehandlungen
Wenig im Vergleich zur Gesamtzahl der ambulanten Patienten. LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) hat dazu nun auf SPÖ-Anfrage neue Zahlen vorgelegt. Und die sind überraschend: 2019, vor Corona, verzeichneten die Kliniken noch 3,5 Millionen Ambulanz-Behandlungen. 2022 waren es nur mehr 3,3 Millionen – um fast sechs Prozent weniger.

Zitat Icon

Eine funktionierende Patientenlenkung ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen Gesundheitsversorgung. Die Spitäler sind nicht das Auffangbecken für alle Versorgungen.

Landeshauptmann- Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP)

Ein Ergebnis, zwei Sichtweisen
Haberlander erklärt den Rückgang damit, „dass die Krankenhäuser nicht in vollem Ausmaß wie vor Corona einsatzbereit waren.“ SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder, der die Anfrage gestellt hatte, interpretiert das Ergebnis anders: „Das Spitalspersonal ist nicht deshalb überlastet, weil die Ambulanzen so stark in Anspruch genommen werden. Sondern wegen des jahrelangen fehlgeleiteten Personalmanagements.“

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