Ein Kommentar von „Salzburg-Krone“-Chefredakteur Claus Pándi.
Im Wahlkampf ließ sich Wilfried Haslauer partout nicht entlocken, wen er gerne als Koalitionspartner hätte. Die Erklärungen für diese Verweigerung waren schwach. Aber der Landeshauptmann hielt mit Pokerface sein Schweigen durch.
In diesem Stil geht es auch nach den Wahlen weiter. Salzburgs ÖVP und der selbst ernannten „Volkskanzler-Partei“ FPÖ fehlt es an jeglicher Bereitschaft für eine gläserne Demokratie. Viel mehr als die dürre Botschaft, dass man „nicht so weit voneinander entfernt“ sei, sickert aus dem Chiemseehof nicht durch. Das sagt ohnehin schon einiges über die beiden Parteien aus. Das Volk will man offenbar aber erst am Ende vor vollendete Tatsachen stellen. Ein zeitgemäßes Verständnis von Politik sieht anders aus. Von der im Wahlkampf viel beschworenen Volksnähe ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Die Geheimverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ lassen Raum für Spekulationen. Die Erfahrung lehrt jedenfalls, dass es stets dann recht still wird, wenn es um gut dotierte und folglich begehrte Posten in landesnahen Unternehmen geht. Bleibt die schwache Hoffnung, dass die befremdlichen „Sideletter“-Sitten der Bundesregierung von Salzburg nicht übernommen wurden.
Da könnten die nächsten Verhandlungstage ohnehin noch rumpelig werden. Der frühere Leibwächter von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache packt jetzt im „Standard“ und im „Spiegel“ über den Umgang einiger Freiheitlicher mit Geld und Spesen aus. Das lässt nichts Gutes ahnen.
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