Fußball-Abstiegskampf

„Wir kriegen jede Woche eine in die Gosch‘n!“

Oberösterreich
13.05.2023 18:45

Bundesliga-Schlusslich SV Ried erinnerte nach dem 1:1 in Innsbruck gegen die WSG Tirol eher an einen Boxverein, denn an einen Fußball-Klub . . . 

„Plötzlich wachte ich auf, lag am Boden, der Ringrichter starrte mich an und brüllte: “Sechs, drei, sieben, fünf . . ."

So die verzerrten Erinnerungsfetzen von Ex-Box-Weltmeister Lennox Lewis an sein Überraschungs-K.o. 1994 gegen Oliver McCall. Ebenso schwierig war’s nach dem 1:1 in Tirol, die Aussagen der Ried-Protagonisten unter einem Hut zu bringen. Die in Halbzeit zwei an einen taumelnden Boxer erinnerten, ehe in Minute 93 scheinbar noch der Lucky Punch gelungen war.

Torschütze schimpft in TV-Kamera

Doch das 2:1 wurde aberkannt, worauf Seifedin Chabbi – er hatte den Letzten nach 44 Sekunden in Front geköpfelt – in die Sky-Kamera schimpfte: „Wir kriegen jede Woche eine in die Gosch‘n!“

Doch was heißt eine?

In Tirol waren es viele!

  • IN DIE GOSCH´N: „Vorm Gegentor sagt der Florian glasklar ,Hands!’ Es wird trotzdem nicht gegeben und ich muss zuschauen, wie wir das Tor bekommen“, schildert Trainer Max Senft die Worte des vierten Offiziellen Florian Jäger übers Headset zu Referee Markus Hameter vorm 1:1 (37.).
  • IN DIE GOSCH´N: „Der wollte das Hands schon pfeifen, hat sich aber auf den VAR verlassen“, sagt Sportvorstand Wolfgang Fiala über den Ausgleich, der Tirol extrem beflügeln sollte.
  • IN DIE GOSCH´N: Während Senft auch betont, dass Jäger dem Referee nach einem Foul die gelb-rote Karte für Tirols Alexander Ranacher empfohlen hatte. Senft: „Auch die wurde nicht gegeben!“
  • IN DIE GOSCH´N: Umgekehrt verlor Ried den in der 56. Minute (!) verletzt ausgetauschten Roko Jurisic in der 98. (!) durch Rot! „Da sind von der Bank natürlich Worte gefallen, die sich nicht gehören“, so Senft. „Aber von beiden Seiten“, fühlt er sich benachteiligt: „Wenn man in so einer Situation auf so eine emotionale Entgleisung reagiert, dann gehen 20 Spieler mit Rot!“
  • IN DIE GOSCH´N: Vorausgegangen war der Aktion das nach minutenlangem Video-Check aberkannte 2:1, das Tin Plavotic in der 93. Minute erzielt hatte. „Dass das nicht zählt, versteh’ ich nicht“, sagt der Verteidiger sogar, nachdem er den wegen Abseits aberkannten Treffer im TV gesehen hatte. „Eine Millimeterentscheidung“, so Tirol-Torschütze Julius Ertlthaler: „Zum Glück hat der Referee für uns entschieden.“

Und Ried dadurch eine mehr kassiert! Laut Chabbi hat Ried aber Nehmerqualitäten: „Trotzdem haben wir Moral, wir bleiben dran!“

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