Sohn ermordet

US-Häftling bettelte um Hinrichtung – Wunsch nun erfüllt

Ausland
21.10.2011 09:59
Wegen der Ermordung seines sechs Monate alten Sohnes ist ein Mann im US-Bundesstaat Alabama am Donnerstagabend hingerichtet worden. Der 39-jährige Christopher Johnson hatte seit Prozessbeginn für sich selbst die Todesstrafe gefordert und auf jegliche Rechtsmittel und auf anwaltlichen Beistand verzichtet. Um 18.25 starb er durch die Giftspritze.

"Er wollte nicht mehr leben, er hatte das Wichtigste in seinem Leben verloren. Christopher hatte eine schwere Kindheit und mit seinem Sohn hatte er endlich Beständigkeit - und dann war der Kleine plötzlich weg. So konnte er nicht leben und daher forderte er für sich selbst die Todesstrafe", berichtete der Bruder des Hingerichteten, Thomas Lagos, gegenüber dem US-Fernehsender "Fox10TV".

Johnson schied mit den Worten "Game over" aus dem Leben
Kurz vor der Hinrichtung bekam Johnson noch ein letztes Mal sein Lieblingsgericht serviert. Er bestellte sich Truthahn, Sandwiches and Pommes. Die letzten Stunden durfte er außerdem mit seinem Bruder verbringen. "Wir haben über die Bibel gesprochen und über den Schmerz, den er unserer Familie zugefügt hat", so Lagos gegenüber "Fox10TV". Anschließend wurde Johnson in den Hinrichtungsraum geführt und schied mit den Worten "Game over" aus dem Leben.

Christopher Johnson saß nur fünf Jahre in der Todeszelle, während andere Gefangene, die alle Einspruchs- und Berufungsmöglichkeiten ausschöpfen, in den USA durchschnittlich 14 Jahre dort verbringen. Johnson hatte sich allerdings sofort zu Prozessbeginn schuldig bekannt, aus Hass auf seine Frau seinen Sohn verprügelt und erstickt zu haben.

Kritiker sehen Gefahr, Selbstmörder zu unterstützen
Todesstrafengegner erklärten nach Johnsons Hinrichtung, der Wunsch des Verurteilen sei zwar "zu respektieren", dennoch bestünden angesichts des Todeswunsches Zweifel an seiner "psychischen Stabilität". Der Leiter der Organisation Projekt Hoffnung zur Abschaffung der Todesstrafe, Richard Dieter, erklärte, es bestehe die "Gefahr, Gefangene hinzurichten, die Selbstmord begehen" wollten.

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