"Eine nationale Krise"
Teile Bangkoks müssen kontrolliert überflutet werden
Ein Drittel der Provinzen nördlich von Bangkok steht nach wochenlangem Monsunregen teils drei Meter unter Wasser. Mehr als zehn Milliarden Kubikmeter Wasser wälzen sich Richtung Süden zum Golf von Thailand. Der Druck auf die Dämme, die Bangkok schützen sollen, wächst seit Tagen.
"Man kann das Wasser nicht ewig blockieren", sagte Yingluck. Sie werde daher die Behörden anweisen, alle Schleusen der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole zu öffnen, damit das immense Hochwasser aus dem Norden des Landes schneller in Richtung Meer fließen könne. Die kontrollierte Überflutung soll bereits am Freitag stattfinden.
Barriere aus Sandsäcken sollte vor dem Schlimmsten bewahren
Die Behörden versuchten bisher, die zehn Millionen Einwohner der Hauptstadt durch Notdämme im Norden vor dem Schlimmsten zu bewahren. Mehr als 10.000 Freiwillige und Soldaten haben mit Sandsäcken eine mehr als sechs Kilometer lange und drei Meter hohe Barriere gebaut. Der Gouverneur von Bangkok rief die Einwohner dennoch auf, ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.
Überschwemmungen forderten 320 Menschenleben
Durch die Überschwemmungen sind in den vergangenen zwei Monaten etwa 320 Menschen ums Leben gekommen. 4,2 Millionen Menschen sind betroffen, berichtete der Nationale Katastrophenschutz. Sechs Industriezonen mit fast 850 Fabriken und 370.000 Angestellten mussten nach Angaben des Arbeitsministeriums schließen, darunter Honda Motor und Zuliefererbetriebe für Toyota. Fünf weitere Gebiete mit 800 Fabriken und 160.000 Mitarbeitern waren von den Wassermassen bedroht. Die Bank von Thailand beziffert den Schaden der verarbeitenden Industrie auf 100 Milliarden Baht (2,3 Milliarden Euro).
Keine Österreicher unter den Toten
Die österreichische Botschaft in Bangkok berichtete am Donnerstag, dass bisher keine Österreicher bei den Überschwemmungen körperlich zu Schaden gekommen seien. Mehrere Auslandsösterreicher hätten sich jedoch gemeldet, weil ihre Häuser überflutet worden seien, sagte Peter Launsky-Tieffenthal, der Sprecher des Außenministeriums. Die Botschaft sei behilflich, wenn es um Ersatzunterkünfte für die Betroffenen geht, und informiert alle Auslandsösterreicher sowie Touristen zweimal täglich per SMS und E-Mail über die derzeitige Situation.
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