"The Book of Unwritten Tales: Die Vieh Chroniken" ist ein Prequel und erzählt, wie sich zwei der Figuren des Vorgängers kennenlernten: Der draufgängerische Abenteurer Nate und das plüschige Vieh, das sich nur mittels merkwürdiger Laute verständigen kann.
Nate ist zu Beginn ganz schön in der Bredouille: Nachdem er einem Piraten sein Luftschiff abgeluchst hat, wird er von einer Ork-Kopfgeldjägerin verfolgt. Diese kann er zwar loswerden, stürzt jedoch gleich darauf auf einem eisigen Stück herumfliegendem Fels ab. Viele Bewohner hat die schneebedeckte Einöde nicht: Neben der schrägen Tierschützerin Petra warten einige Pinguine, ein verrückter Yeti-Jäger und nicht zuletzt die zotteligen Viecher.
Wie sich in "Die Vieh Chroniken" herausstellt, handelt es sich dabei um außerirdische Entdecker, die ebenfalls nach einem Absturz auf dem Eisbrocken festsitzen. Sie haben allerdings ein großes Problem - das an dieser Stelle nicht verraten sei, denn das Game ist mit etwa sechs Spielstunden etwas kurz geraten.
Vie(h)le Favoriten
Nate und die Viecher beschließen notgedrungen zusammenzuarbeiten - und so stürzen sich der Schlawiner und das Vieh als Abgesandter seines Volkes gemeinsam ins Abenteuer. Nate überzeugt dabei mit ironischen Sprüchen und witzigen Aktionen, sein Sprecher leistet erstklassige Arbeit. Besonders ans Herz wachsen dem Spieler außerdem schon mit dem ersten Auftritt die plüschigen Viecher, freundliche Wesen mit großen Glupschaugen und lustigen Animationen. Sie lieben und leiden, kümmern sich um den süßen Nachwuchs und streiten schon mal. Kein Wunder, dass der Spieler dem Vieh unbedingt dabei helfen möchte, seine Angebetete Laylah zu erobern...
Ein liebenswertes Team
Aber keine Angst, kitschig wird es im Spiel kaum. Schließlich darf die Pflicht nicht vernachlässigt werden, wollen die Außerirdischen den Planeten doch so rasch wie möglich verlassen. So suchen Nate und das Vieh nach einer Lösung. Hat sich das ungewöhnliche Paar gebildet, darf der Spieler frei zwischen ihnen wechseln, um Rätsel gemeinsam zu lösen und Gegenstände auszutauschen.
Inventar gelungen, aber wenig Locations
Unübersichtlich wird das allerdings nie, denn es gibt nur wenige Locations abzusuchen - etwas mehr Abwechslung hätte dem Spiel gut getan. So merkt man "Die Vieh Chroniken" an, dass es ursprünglich ein kürzeres Add-on hätte werden sollen. Für den unkomplizierten Spaß sorgen auch die Hotspot-Anzeige, die per Leertaste eingeblendet werden kann, und das Inventarsystem: Es enthält nie zu viele Gegenstände - und können diese untereinander oder mit Orten kombiniert werden, verändert sich die Farbe des Cursors.
Trial and Error statt echter Kopfnüsse
Bei den Rätseln selbst gibt das Spiel allerdings zu wenige Hilfestellungen. So läuft der Spieler des Öfteren ahnungslos die wenigen Screens ab und kommt nur durch stumpfes Ausprobieren weiter. Auch ist es manchmal nötig, einzelne Personen - oder Baby-Viecher - mehrmals hintereinander anzusprechen, ohne dass es darauf einen Hinweis gäbe. So sind die Rätsel zwar allesamt leicht geraten, zum Teil aber nicht logisch, sondern auf Trial and Error aufgebaut.
Gutes für Auge und Ohr
Gut hinbekommen haben die Entwickler dafür die Grafik: Die hoch aufgelösten Hintergründe sind ebenso schön anzusehen wie die Animationen der Charaktere. Dazu gesellt sich die bereits erwähnte perfekte Sprachausgabe - ob Nates markige Sprüche oder das Gebrabbel des Viehs, so macht das Erleben der Geschichte Spaß. Getragen wird das Spiel außerdem von einem orchestralen Soundtrack, der ihm zusätzliche Tiefe verleiht.
Fazit: "Die Vieh Chroniken" ist ein wundervoll witziges, mit einer Prise Melancholie gewürztes Adventure, das vor allem dank seiner zwei Hauptdarsteller überzeugt. Nate steckt voller witziger Sprüche und Einfälle, während das Vieh mit wundervoll dämlichem Blick Chaos verbreitet, obwohl es eigentlich ein schlaues Kerlchen ist. Angesichts der teils urkomischen, teils traurigen, in jedem Fall aber herzerwärmenden Geschichte können Adventure-Fans getrost über die etwas kurze Spielzeit und die verbesserungswürdigen Rätselketten hinwegsehen.
Plattform: PC
Publisher: Crimson Cow
krone.at- Wertung: 8/10
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.