Riesiger Riss
Lage nach Frachter-Unglück wird immer dramatischer
Das Containerschiff war - wie berichtet - am vergangenen Mittwoch rund 20 Kilometer vor der Küste der neuseeländischen Nordinsel auf ein Riff aufgelaufen. Durch einen Riss sickerten bereits bis zu 300 Tonnen Schweröl in die bei Touristen beliebte und als Paradies für Seevögel, Delfine und Wale geltende Plenty-Bucht. Insgesamt hatte der Frachter 1.700 Tonnen Öl an Bord.
Nur ein Bruchteil konnte abgepumpt werden, dann musste die Aktion wegen schlechten Wetters und hohen Seegangs abgeblasen werden. Zudem bekam das Schiff zunehmend Schlagseite: Mindestens 70 der rund 1.370 geladenen Container gingen von Bord (siehe auch Diashow in der Infobox), wie die Schifffahrtsbehörde MNZ meldete. Unter ihnen sei jedoch keiner mit gefährlichen Substanzen gewesen.
Frachter-Kapitän droht Haftstrafe
Der philippinische Kapitän des Frachters war indes festgenommen und in der Hafenstadt Tauranga vor Gericht gestellt worden. Ihm wird vorgeworfen, mit der Führung seines Schiffs für "unnötige Gefahren und Risiken" gesorgt zu haben. Ihm drohen eine hohe Geldstrafe oder bis zu zwölf Monate Haft. Bis zu seinem nächsten Gerichtstermin am 19. Oktober wurde er gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.
Der Kapitän - auch gegen einen seiner Offiziere dürfte Anklage erhoben werden - soll erst im März das Kommando über den Frachter übernommen haben. Das Unglücksschiff ist nach Auskunft des deutschen Verbands der Reeder in Kiel gebaut worden und 21 Jahre alt. Das Riff, auf dem es auflief, ist lediglich 80 Meter breit und laut Behörden seit 180 Jahren auf den Seekarten verzeichnet. Es gäbe klare Anweisungen, wie es zu umfahren sei.
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