Von einem persönlichen Kräftemessen wollen weder Bürgermeister noch Schuldirektor etwas wissen. Doch die Positionen in diesem Streit, der in Österreich und sogar Deutschland medialen Staub aufgewirbelt hat, sind unerbittlicher denn je. Bürgermeister Falbesoner (Bild) ließ das Kruzifix-Thema in der Vorwoche unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Gemeinderat diskutierten.
"Es gab ausschließlich Wortmeldungen, dass der Direktor die sechs alten Kreuze nicht im Alleingang entfernen hätte sollen", berichtete Falbesoner. Die Lösung im Gemeinderat: Sowohl die mächtigen Kruzifixe samt leidendem Christus als auch die kleineren 60-Zentimeter-Kreuze – verziert mit den Namen der Kinder – sollten künftig in den Schulklassen Platz haben.
"Tendenz der Eltern geht gegen Rückkehr der alten Kreuze"
Nach einem Gespräch mit dem Schuldirektor wollte Falbesoner am Dienstag zur Tat schreiten. Nur die Tiwag-Stromabschaltung in Nassereith am Nachmittag hinderte ihn schließlich daran. Spätestens am Mittwoch sollen die alten Kreuze - zwei davon vom bekannten Nassereither Künstler Franz Josef Kranewitter - wieder in den Schulklassen hängen. "Das ist für mich unwiderruflich. Der Gemeinderat ist unser oberstes Organ, nicht der Schuldirektor", bekräfigt der Bürgermeister.
Schuldirektor Köhle (weiteres Bild) gibt aber nicht klein bei: In der Zwischenzeit bat er die Eltern der 104 Volksschüler um eine schriftliche Stellungnahme. "Den größten Teil der Fragebögen habe ich bereits zurück erhalten. Die Tendenz der Eltern geht eindeutig gegen die Rückkehr der alten Kreuze. Damit hätten wir ja zwei Kruzifixe pro Klasse. Und das wäre in Österreich wohl einmalig", so der Pädagoge.
Köhle bezweifelt auch massiv, dass die Gestaltung der Klassenzimmer die Sache des Schulerhalters – sprich Gemeinde – sei. Dass er der Doppellösung mit zwei Kreuzen schon zugestimmt hätte, weist er zurück: "Zuerst werde ich das endgültige Ergebnis der Elternbefragung abwarten. Meine Sichtweise wird dadurch sicher bestätigt."
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