Er soll in einer Kirche gezündelt und fast ein Wohnhaus in Wien abgefackelt haben. Der Wiener will aber keins von beiden mit böser Absicht gemacht haben. Die Brandstiftungen haben ihren Ursprung in seiner paranoiden Schizophrenie, die, laut Psychiater, mit einer „religiös wahnhaften Symptomatik“ einhergeht.
„In der Kirche habe ich nichts Böses wollen. Ich kann verstehen, dass manche denken, dass das mit Religion oder Terror zu tun hat“, stellt ein 38-Jähriger im LG Wien klar. Im Jänner soll er einen Teppich und einen Christbaum in der Neuottakringer Kirche angezündet haben - das Reisig drapierte er unter einem Kreuz aus Holz.
„Religiös wahnhafte Symptomatik“
Im Schneidersitz, die Hände zum Gebet gefaltet, gabelte ihn die Polizei vor einem brennenden Haus in der Thaliastraße auf, wo er im Oktober 2022 ein Kellerabteil angezündet haben soll. „Ich bin in Tränen ausgebrochen und ich habe nicht verstanden, warum schon wieder ich“, erinnert sich der Wiener. Er leidet an einer paranoiden Schizophrenie mit einer „religiös wahnhaften Symptomatik“, stellt der Psychiater fest.
Spitäler und Psychiatrien haben mich nicht mehr aufgenommen. Die Notstandsunterkünfte haben mich schlecht behandelt. Jetzt schaden sie mir. Ich wurde erpresst. Ich wurde schwer bedroht von einem Psychiater.
Der 38-jährige Betroffene war zuletzt unterstandslos.
„Ich hab geglaubt, ich bin Jesus, ich bin ein allwissendes Wesen“, erklärt der Betroffene dem Richter. Hilfe lehnt er ab: „Beamte sekkieren mich, belästigen mich. Ich wurde schwer bedroht von einem Psychiater.“ Bereits in der Vergangenheit war er öfter stationär untergebracht. Für eine Besserung fehle ihm aber die Krankheits- und damit auch Therapieeinsicht. „Er sieht sich als Opfer einer Gesellschaft, die böse gegen ihn vorgeht“, erläutert der Sachverständige.
Der 38-Jährige selber sieht sein Problem woanders: „Ich bin suchtkrank und deswegen psychisch krank. Im Moment sind es Zigaretten.“ Der Schöffensenat aber bestätigt die beantragte Unterbringung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum.
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