Kampf um Identität
Toskana: Verbot für neue Kebab- und Fast-Food-Lokale
Fast-Food- und Kebab-Lokale würden mit ihren bunten Farben außerdem die Architektur der Badeortschaft stören, hieß es aus dem Gemeinderat. Hinzu kommt, dass die Touristen mit den Verpackungen von Pizzaschnitten und Hamburgern die Stadt verschmutzten. "Wir wollen nicht wie alle anderen Ortschaften werden. Wir wollen unsere kulturelle Identität verteidigen", sagte Bürgermeister Umberto Buratti.
Forte dei Marmi ist nicht die einzige toskanische Stadt, die Fast-Food-Restaurants den Krieg erklärt. 2008 etwa hat Lucca die Eröffnung von Ethno-Lokalen im seinem mittelalterlichen Zentrum untersagt, um "die gastronomische Tradition und die architektonischen Eigenschaften" des Stadtkerns zu bewahren. Auch Fast-Food-Lokale und Sex Shops dürfen dort nicht mehr eröffnet werden. Vorgeschrieben wird zudem, dass jedes Restaurant mindestens ein typisches Gericht aus der Region anbietet.
Kebab-Verbot in Cittadella
Ein Kebab-Konflikt ist im vergangenen August auch in der 20.000-Einwochner-Stadt Cittadella bei Padua ausgebrochen (siehe Infobox): Die Stadtverwaltung hat den Verkauf der Fleischspieße, die aus der türkischen und arabischen Küche bekannt sind, untersagt.
Das Verbot stieß bei Migranten auf heftige Kritik. Bürgermeister Massimo Bitonci der populistischen Partei Lega Nord, rechtfertigte das Kebab-Verbot allerdings mit Gründen des Gesundheitsschutzes - so stünden die fertigen Mahlzeiten lange Zeit offen herum.
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