Demo endet blutig
Zahlreiche Tote bei Religionsunruhen in Kairo
Die Randale hätten begonnen, nachdem Demonstranten auf die Soldaten vor dem Fernsehgebäude im Zentrum Kairos geschossen und mit Steinen geworfen hätten, berichtete das Staatsfernsehen. Darüber hinaus seien mehrere Autos und Busse in Brand gesetzt worden.
24 Tote und über 200 Verletzte
Die koptischen Christen erklärten wiederum, sie seien von den Streitkräften angegriffen worden. Die Demonstranten seien beschossen worden, als ihr Marsch den Platz vor dem Fernsehgebäude erreicht habe, berichteten Teilnehmer den Reportern der Webseite "almasryalyoum".
Hunderte Demonstranten - viele trugen Kreuze und Jesus-Bilder - und Polizisten kämpften auf einer Brücke der ägyptischen Hauptstadt mit Knüppeln gegeneinander. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei 24 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.
Zwei Panzerspähwagen der Armee seien mitten in die Menge gefahren, berichteten Augenzeugen. Dabei seien mehrere Demonstranten überrollt und getötet worden. Ein Teilnehmer zeigte den Reportern angebliche Schädelteile eines Freundes, der auf diese Weise getötet worden sein soll.
Nächtliche Ausgangssperre verhängt
Die regierende ägyptische Militärführung verhängte eine fünfstündige Ausgangssperre über Teile Kairos. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, galt sie von 2 Uhr in der Nacht bis 7 Uhr am Montagmorgen. Für Montag berief die Militärregierung das Kabinett zu einem Dringlichkeitstreffen ein.
Wie der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete, dauerten die Auseinandersetzungen in Kairo noch kurz vor Beginn der Ausgangssperre an. Schlägertrupps, bei denen es sich um radikale Muslime gehandelt haben soll, hätten versucht, ein koptisches Krankenhaus im Stadtzentrum zu stürmen. Ministerpräsident Essam Sharaf wandte sich noch in der Nacht in einer Ansprache an das Volk.
Sharaf: "Vandalen wollen Chaos im Land sähen"
Der vom Militär gestützte Sharaf erklärte, er habe Kirchenoberhäupter und Sicherheitskräfte kontaktiert, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sharaf verurteilte die Ausschreitungen. Er beschuldigte im sozialen Netzwerk Facebook "vandalisierende Kräfte", die Chaos im Land säen und religiöse Spannungen schüren wollten.
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