Die erhöhte Besteuerung der österreichischen Bestverdiener solle befristet sein und zweckgebunden für bestimmte "Maßnahmen mit Mehrwert" verwendet werden. Man müsse Bereitschaft zeigen und über Solidarabgaben zumindest diskutieren, plädierte Platter am Mittwochabend bei der Eröffnung des 25. Finanzsymposiums in Alpbach.
"Unpopuläre Maßnahmen notwendig"
Weiters sprach sich der Tiroler Landeshauptmann für die Zusammenlegung der beiden Universitäten in Tirol sowie die Einführung von Studiengebühren aus. Dies sei nicht unsozial, sondern "das Sozialste überhaupt". Platter richtete auch einen Appell an die Bundesregierung: Österreich brauche eine "verantwortungsvolle Politik", in der auch "unpopuläre Maßnahmen" notwendig seien.
Dass ständig Streit über jedes Thema stattfinde, könne man sich schlichtweg nicht mehr leisten. Der Bund müsse seine Hausaufgaben machen, betonte Platter vor Bankern und Finanzexperten im Tiroler Bergdorf. Eine Verwaltungs- sowie eine Pensionsreform seien unumgänglich.
Kein "Einzelvorschlag" mehr
Landeshauptmann Platter erhöhte mit seinem Vorschlag des "Solidarbeitrages" den Druck auf die ÖVP-Parteispitze in Wien. Parteichef und Vizekanzler Michael Spindelegger hatte - gestützt durch VP-Finanzministerin Maria Fekter sowie VP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner - der Reichensteuer erst vor wenigen Tagen eine Abfuhr erteilt und Prölls Vorstoß als "Einzelvorschlag" abgetan. Dieses Argument zieht jetzt jedenfalls nicht mehr.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.