In den 1990er-Jahren erregte ORLAN mit den chirurgischen Performance-Eingriffen an ihrem Körper großes Aufsehen. Die rund 50 Kunstwerke umfassende Schau „ORLAN. SIX DECADES“ (bis 30. Juni) legt den Fokus auf die 1960er- und 1970er-Jahre und spannt gleichzeitig einen Bogen zu aktuellen Arbeiten.
„Krone“: Wie kam es dazu, dass Sie mit der Sammlung Verbund zu arbeiten begannen?
ORLAN: Sammlungsdirektorin Gabriele Schor kam 2013 zu mir ins Atelier in Paris. Es imponierte mir, dass es eine Sammlung gibt, die sich auf das feministische Werk der 1970er-Jahre konzentriert. Bald darauf erwarb sie für die Sammlung einige Fotografie-Serien aus meinem Frühwerk. Schor gelang es, die feministische Kunst der 1970er-Jahre sichtbar zu machen, darin ist sie eine Pionierin.
Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit?
In Laufe der Zeit hat die Sammlung Verbund immer wieder Werke angekauft - auch aus späteren Jahren. Ich freue mich sehr über diese retrospektive Schau und auch über das erste deutschsprachige Buch zu meinem Werk. Darüber haben wir uns sehr viel ausgetauscht.
Was möchten Sie den Besuchern mit ihrer Ausstellung in der Vertikalen Galerie mitgeben?
Sich nicht nur für den eigenen Bauchnabel zu interessieren, sondern auch für die Welt und die gesellschaftlichen Phänomene, die uns umgeben. Man muss handeln, hinterfragen, sich selbst positionieren. Für mich sind Künstlerinnen und Künstler nicht nur Dekorateurinnen und Dekorateure einer Wohnung, sondern sie haben vor allem Verantwortung!
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