Im Krankenhaus Leoben

Roboter half bereits bei mehr als 500 Operationen

Steiermark
14.04.2023 06:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Seit fast zwei Jahren ist Roboter „Da Vinci“ im LKH Leoben im Operations-Einsatz: Welche Vorteile das Millionen-teure Gerät Patienten und Ärzten bringt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: In Leoben operiert kein Roboter selbstständig, „Da Vinci“ ist vielmehr ein verlängerter Arm des Chirurgen. Die Geräte an den vier technischen Greifarmen führen die Befehle des Mediziners aus. „Es ist ein ausgereiftes Hightech-System, das aber keine eigenen Entscheidungen trifft“, erklärt Urologie-Vorstand Thomas Alber.

Im Dezember 2020 wurde der Chirurgie-Roboter nach Leoben geliefert. Ein halbes Jahr später, nach der Trainingsphase, erfolgte die erste Operation. Seitdem folgten 538 weitere, der weitaus größte Anteil entfällt mit 297 OPs auf den Bereich Urologie (z. B. Prostata), es folgen chirurgische, Gynäkologie- und HNO-Eingriffe. „Wir sind damit bei den aktuellsten Operationsmethoden vorne dabei“, freut sich Rudolf Schrittwieser, der Vorstand der Chirurgie-Abteilung.

Vorteile für Patienten und Ärzte
Der Nutzen für Patienten: Die minimal-invasive Operationstechnik bringt durch eine möglichst klein gehaltene Öffnung der Körperoberfläche einen geringeren Blutverlust und eine kürzere Operationsdauer. Hochentwickelte Ergonomie und ein zehnfach vergrößertes Sichtfeld bedeuten zudem eine wesentliche Erleichterung für Chirurgen - sie leiden häufig unter vorzeitigen Wirbelsäulenproblemen.

Wunsch nach zweitem Roboter
Neben dem Roboter in Leoben verfügt die Steiermark noch über ein weiteres Gerät in Graz. Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich auf stolze 1,5 Millionen Euro, inklusive Umbauarbeiten und Trainings wurden drei Millionen Euro im LKH Hochsteiermark investiert. Entwickeln sich die Operationszahlen so weiter, wird der Wunsch nach einem zweiten Roboter in Leoben immer lauter. Da traf sich gut, dass auch Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß zur Zwei-Jahre-Feier am Donnerstag kam.

Verunsicherung in Belegschaft
Just einen Tag vor der Präsentation der Roboter-Operationen im Leobner Krankenhaus fand übrigens ein heikles Treffen zwischen der Spitze der Kages und Führungskräften des LKH-Verbunds Hochsteiermark statt. Wie berichtet, gibt es am Standort Bruck große Sorgen darüber, dass alle chirurgischen Abteilungen in naher Zukunft in Leoben gebündelt werden.

Bei der ganztägigen Zusammenkunft im Mürztaler Schloss Pichl wurden diesbezüglich aber keine Entscheidungen verkündet, wie Kages-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark der „Krone“ mitteilte. Bei der Belegschaft bleibt die Verunsicherung dennoch groß.

Negative Auswirkungen auf Mürzzuschlag?
Die Hälfte der Unfallchirurgen hat im vergangenen Jahr das Brucker Krankenhaus verlassen. Der akute Personalmangel könnte auch negative Auswirkungen auf die Ambulanz für Orthopädie und Traumatologie im LKH Mürzzuschlag haben, befürchtet der dortige Vizebürgermeister Arnd Meißl (FPÖ) und nennt als ersten Schritt verkürzte Öffnungszeiten. Die Abteilung ist nämlich auf die Besetzung durch Unfallchirurgen aus Bruck angewiesen.

Peter Bernthaler und Jakob Traby, Kronen Zeitung

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