Keine konkreten Ziele

Grüne sehen nur Lippenbekenntnisse der Koalition

Kärnten
12.04.2023 13:59

Die Kärntner Grünen haben den verpassten Einzug in den Landtag verkraftet und widmen sich der außerparlamentarischen Oppositionsarbeit. So unterzogen sie das Regierungsprogramm der Koalition einem Klimacheck.

Dieser Klimacheck fiel allerdings nicht sehr positiv aus - den Grünen fehlt es an konkreten Zielen und Transparenz. „Diese sogenannte „Nachhaltigkeits“-Koalition ist ja nur die alte Regierung in einem neuen Gewand. Die vielen Lippenbekenntnisse bringen nichts, wenn weiter nichts getan wird“, merkt Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen, kritisch an. „Kärnten hat den höchsten CO₂-Verbrauch pro Kopf und muss doppelt so schnell die Energiewende vorantreiben.“ Voglauer verweist dazu auch auf einen Bericht des Landesrechnungshofs, in dem angemerkt wurde, dass das Land Kärnten gut beim Beschließen, aber schlecht beim Durchführen sei.

Stromerzeugung, wo sie gebraucht wird
Gerade bei der Energiewende und speziell bei der Energieraumplanung sehen die Grünen noch viel Handlungsbedarf. „Es kann nicht sein, dass Photovoltaik-Freiflächen immer nur dort entstehen, wo es ein großes Umspannwerk gibt. Diese Anlagen müssen dort gebaut werden, wo sie gebraucht werden“, kritisiert Voglauer. „Das Ziel muss es sein, dass die Kärntner die niedrigste Stromrechnung in Österreich haben. Das funktioniert dann, wenn Energiegemeinschaften gebildet werden und die Kärntner ihren Strom selbst erzeugen können.“ Zusätzlich fordert die Landessprecherin eine Beteiligung für Land, Gemeinden und Bevölkerung an den Gewinnen der Energieversorger.

Energiesparen und mehr öffentlicher Verkehr
Wie die Energiewende gelingen kann, zeichnete die Landessprecherin auch vor. „Der Fokus muss einerseits auf dem Ausbau von Wind-, Sonnen- aber auch Wasserkraft liegen, aber ohne Energieeinsparungen wird es nicht klappen. Da kann der Ausbau und eine vermehrte Nutzung des öffentlichen Verkehrs eine zentrale Rolle spielen“, betont Voglauer, die ein gratis Kärnten-Ticket für alle Schüler und Studenten fordert. Die Verwendung von Holz für Energie sieht sie allerdings sehr kritisch: „Holz eignet sich perfekt als alternativer Baustoff, aber die Biomasse für die Energie kommt ja hauptsächlich über das Schadholz, das durch Naturkatastrophen anfällt - hier ist bald nichts mehr da.“

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Ich habe vom Einklatschen und Zuklatschen in der Frauen-Politik in Kärnten den Hals voll!

Olga Volglauer, Landessprecherin Grüne Kärnten

Zu wenig Frauen im Landtag
Nur sechs von 36 Landtagsabgeordneten sind Frauen - das stößt Olga Voglauer, Landessprecherin der Kärntner Grünen, sauer auf: „Wir Frauen stellen zwar über die Hälfte der Bevölkerung, aber nur ein Sechstel des Landtags. Die SPÖ rühmt sich zwar, dass die halbe Liste weiblich war, aber nicht auf den aussichtsreichen Plätzen. Nur wir Grünen hatten eine paritätisch besetzte Liste, bei der Frau und Mann abwechselnd gelistet waren.“ Grundsätzlich fordert Voglauer von der neuen Regierung aber mehr Transparenz bei den Gesetzen und Maßnahmen und konkrete Ziel, an denen die Arbeit der neuen/alten Regierung gemessen werden kann.

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