Politik inoffiziell

Vor der Wahl wird der Zahlensalat aufgetischt

Salzburg
06.04.2023 07:00
Der Umfrage-Hokuspokus schlägt in alle Richtungen aus und macht vor dem 23. April trotzdem die Landespolitik nervös.

Salzburgs Polit-Zirkel freuen sich. Es gibt neue Zutaten für den Zahlensalat! Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der „Bezirksblätter“ sieht die ÖVP irgendwo zwischen 33 und 37 Prozent, SPÖ und FPÖ rittern zwischen 19 und 23 Prozent um Platz zwei, die Grünen liegen zwischen 8 und 10 Prozent, die Neos müssen um den Einzug in den Landtag zittern, die KPÖ Plus hat Chancen diesen zu schaffen.

Bei einer Online-Umfrage vergangene Woche lagen ÖVP und FPÖ gleichauf, vor knapp drei Wochen lag die SPÖ noch abgeschlagen bei 17 Prozent. Bei dieser Prozent-Hochschaubahn muss man sich um die Gesundheit unserer Politiker direkt sorgen machen, ihnen muss inzwischen komplett schwindlig sein. Die Lehre, die sich aus dem Umfrage-Hokuspokus ziehen lässt: Fast alles ist möglich. Diese Einsicht hätte es auch billiger gegeben.

Denn es war nicht nur in Sachen Ergebnisse alles dabei, sondern auch methodisch. Von reiner Telefon- über reine Online-Umfrage bis zur gemischten Variante haben die Umfragen alles geboten. Dass die ÖVP in der Telefon-Umfrage besser abschneidet als bei der Online-Variante war auch keine große Überraschung.

Schließlich erwischt man telefonisch eher ältere Wähler, online eher jüngere. Eine Garantie für zielsichere Ergebnisse ist aber auch die gemischte Variante nicht: In Kärnten und Niederösterreich hauten auch solche Umfragen bei den Landtagswahlen kräftig daneben.

Spannender als die Umfrage-Ergebnisse sind da die Reaktionen der Politik selbst darauf. Während SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Forcher beim SPÖ-Wahlkampfauftakt noch diagnostizierte, „Umfragen sind böse“, war die Reaktion auf die neuesten Zahlen, die für die Roten deutlich besser waren, schon ganz anders: „Unsere Aufholjagd hat Fahrt aufgenommen“, ist Forcher seit Mittwoch überzeugt.

Auch FPÖ-Chefin Marlene Svazek betonte diese Woche: „Für uns sind Umfragen ziemlich unwichtig.“ Wie unwichtig genau, zeigt sich auf den sozialen Medien, wo die Zahlen von Svazek geteilt und kommentiert werden. Eine Möglichkeit wäre es, es wie die Italiener zu machen. Dort sind Umfragen in den zwei Wochen vor der Wahl verboten.

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