"Unangemessen"

Texas streicht Henkersmahlzeit nach Wunsch

Ausland
23.09.2011 22:31
Zum Tode verurteilte Straftäter in Texas dürfen sich künftig kein letztes Wunschmahl mehr bestellen. Sie würden das Gleiche zu essen bekommen wie die anderen Insassen, sagte Brad Livingston von der zuständigen Justizbehörde des US-Bundesstaates nach Angaben des Senders CNN. Ein texanischer Senator, der sich seit längerem über die Praxis einer Henkersmahlzeit für die Delinquenten empört hatte, setzte diesen Beschluss durch.

Am vergangenen Mittwoch etwa hatte sich ein Todeskandidat ein opulentes letztes Mahl bestellt und es dann nicht angerührt. CNN zufolge orderte Lawrence Russell Brewer (44) unter anderem ein Pfund Grillfleisch, zwei Steaks, einen dreifachen Cheeseburger, ein Käseomelett, eine Pizza, eine Schüssel Okra-Gemüse mit Ketchup, einen halben Laib Weißbrot und als Nachtisch einen halben Liter Eiscreme. Auch der wenige Stunden nach Brewer in Georgia hingerichtete Troy Davis hatte seine Henkersmahlzeit nicht gegessen, da er an einen weiteren Aufschub glaubte.

"Extrem unangemessenes Privileg"
Der texanische Senator John Whitmire nannte es nach CNN-Angaben vom Freitag "extrem unangemessen", einem zum Tode verurteilten Straftäter ein "solches Privileg" einzuräumen. Die Täter hätten ja ihren Opfern auch keine Privilegien eingeräumt, wird Whitmire zitiert.

Die Justizbehörde vom Texas unterstützte diese Sichtweise. Livingston, Chef der Behörde, stimmt dem Senator zu: "Ich glaube, dass Senator Whitmires Bedenken bezüglich der Henkersmahlzeit durchaus angebracht sind." Seine Behörde sei mit der neuen Regelung einverstanden.

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