Hindernis Dienstrecht

Fachkräftemangel plagt auch Gemeinden immer mehr

Oberösterreich
03.04.2023 10:00

Der zunehmende Fachkräftemangel ist nicht nur ein Problem in der Privatwirtschaft, sondern auch insbesondere im öffentlichen Dienst. Ein Hindernis für mehr Attraktivität ist das starre Dienstrecht. Das möchte Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) nun ändern - samt einem mittransportiertem Anliegen.

In den zahlreichen Gemeindevorsprachen (mehr als 200 bisher), die Gemeinde-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) geführt hat, ist die Herausforderung, qualifiziertes Personal zu finden, immer wieder Thema. Dieser Eindruck wird durch Umfragen bestätigt, wonach für österreichweit 40 Prozent der Gemeinden Arbeitskräftemangel ein echtes Problem ist. Personalmangel herrscht besonders im Bereich der Bauhöfe, in der Elementarpädagogik (Kindergärten) und in der Gemeindeverwaltung. Das starre System der Oö. Dienstpostenplan-Verordnung (es regelt unter anderem Anzahl und Gehalt der Gemeindebediensteten) ist hierbei wenig förderlich.

Das ist auch der Ansatzpunkt für Landesrätin Langer-Weninger, die den Gemeinden beim Dienstrecht mehr Handlungsspielraum geben möchte: „Durch die Adaptierung der Dienstpostenplanverordnung können Anzahl und Gehalt der Gemeindebediensteten gemeindespezifischer geregelt werden. Für die Anwendbarkeit dieser neuen Regelungen ist eine Verwaltungsgemeinschaft in zumindest einem wesentlichen Bereich der Verwaltung Voraussetzung“, erläutert sie. So sollen die Gemeinden konkurrenzfähiger gegenüber der Privatwirtschaft und attraktivere Arbeitgeber werden.

Zusammenarbeit schmackhaft machen
Gemeinden können also künftig flexibler über die Anzahl und das Gehalt ihrer Bediensteten bestimmen - wenn sie mit anderen Gemeinden in bestimmten Verwaltungsbereichen zusammenarbeiten. Das ist eigentlich der knackige Kern der Änderung trockener Dienstrechtsregeln. Und weit mehr als ein Nebeneffekt.
Oberösterreich hat sich vor Jahren entschlossen, keine Gemeinden von oben herab zusammenzulegen, sondern Kooperation unter den Kommunen zu fördern. Wenn es da jetzt zusätzliche Motivation gibt, so ist das positiv - und hilft definitiv gegen den Personalmangel.

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