Gelungene Integration

Wie es eine 16-Jährige vom Kriegselend nach NÖ zog

Niederösterreich
03.04.2023 06:04

Eine große Fluchtbewegung setzte sich in Gang, nachdem vor mehr als einem Jahr auf Befehl von Wladimir Putin Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet hat. Damit die ukrainischen Vertriebenen in Österreich arbeiten können, brauchen sie eine „blaue Karte“, die vom Bundesamt für Asyl ausgestellt wird. Für 1580 Flüchtlinge ist es sogar eine „blau-gelbe“ Karte, sie arbeiten nämlich bereits in Niederösterreich.

Eine von ihnen ist Kateryna Zhuravlova: Die 16-jährige Ukrainerin hat eine Lehre als Bäckerin in St. Pölten begonnen, nachdem sie mit ihren Eltern im Zuge der Kriegswirren ins Land gekommen ist. In ihrem Heimatland hat die junge Frau die Pflichtschule besucht und abgeschlossen. Nach einer Kompetenzanalyse durch das Arbeitsmarkt-Service konnte Zhuravlova im Rahmen einer Kooperation mit der Beratungseinrichtung „Fair“ diese Stelle vermittelt werden. Im Unternehmen von Konditormeister Andreas und Katharina Brandstetter in Wagram lernt sie seit Juli 2022 – und ist bestens in das Team integriert. Felix Falkensteiner und Thomas Pop (beide AMS) waren beim Lokalaugenschein dabei.

Die blau-gelbe Erfolgsformel
AMS-Vorsitzende Sandra Kern: „Die Mehrheit der Personen, die beim AMS in NÖ gemeldet sind und aus der Ukraine kommen, sind Frauen. Viele von ihnen haben Betreuungspflichten, was neben fehlenden Deutschkenntnissen den Einstieg in den Jobmarkt erschwert. Unser Anliegen ist es, schnell jene Schritte zu setzen, die einen raschen Arbeitsmarkteinstieg fördern.“

Fakten

1204 vertriebene Personen aus der Ukraine sind derzeit beim AMS-NÖ vorgemerkt.

Gut drei Viertel (76,9 Prozent) von ihnen sind Frauen.

79 Prozent der Ukrainerinnen, die beim AMS gemeldet sind, haben Betreuungspflichten - kümmern sich also auch um eigene Kinder - oder die von Verwandten.

1580 Vertriebene, davon 1109 Frauen, arbeiten bereits in niederösterreichischen Betrieben.

Für die Kriegsflüchtlinge gibt es außerdem eine besondere Beratungsschiene sowie extra Betreuungsmöglichkeiten: 228 Frauen und Männer haben dieses Angebot bei „kultig“ in Wiener Neustadt und „Fair“ in St. Pölten seit 2022 angenommen. Natürlich gibt es vom AMS auch tatkräftige Unterstützung beim Spracherwerb: Im Rahmen von Deutschkursen werden Sprachbarrieren zügig abgebaut.

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