Tausende sahen zu
Minderjähriger im Iran öffentlich hingerichtet
Molla Soltani wurde beschuldigt, den als "stärksten Mann des Iran" bekannten Athleten Ruhollah Dadashi ermordet zu haben. Im Zuge eines Streits im Straßenverkehr soll der Jugendliche den Sportler am 17. Juli mit mehreren Messerstichen getötet haben.
Soltani hatte dies vehement bestritten, seinen Angaben nach soll der Athlet ihn angegriffen habe, woraufhin er in Panik geraten sei und aus Notwehr gehandelt habe. Soltani wurde am 20. August von einem Gericht des Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.
Verstoß gegen internationale Konventionen
Die Hinrichtung Minderjähriger sei von den - auch vom Iran unterzeichneten - internationalen Konventionen strikt untersagt, erklärte die Amnesty-Vizedirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika, Hassiba Hadj Sahraoui. "Die öffentliche Hinrichtung von zum Tatzeitpunkt Minderjährigen verdeutlicht die Abscheulichkeit der Todesstrafe in besonderem Maße", kritisierte auch der deutsche Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning.
Der Iran ist einer der wenigen Staaten, in denen auch Minderjährige zum Tode verurteilt werden können. Allerdings warten die Behörden mit der Vollstreckung für gewöhnlich, bis die Inhaftierten volljährig sind. Im Iran wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP seit Jahresbeginn 202 Menschen hingerichtet, darunter waren laut Amnesty im April auch drei Minderjährige.
Symbolbild
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