Veraltete Maßnahmen

OÖ Industrie lehnt neuen Landespakt für Arbeit ab

Oberösterreich
17.03.2023 14:36

Paukenschlag in Oberösterreich: Die Industriellenvereinigung lehnt den gerade neu geschnürten und von Standort-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) präsentierten Landespakt für Arbeit und Qualifizierung für 2023 ab: Struktur und Inhalt seien nämlich veraltet und passten nicht mehr in eine Zeit des Arbeitskräftemangels.

Am Vormittag hat Standort-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) den Pakt als das Herzstück der aktiven Arbeitsmarktpolitik in unserem Bundesland präsentiert: „326 Mio. Euro investieren 2023 die Pakt-Partner Arbeitsmarktservice OÖ, Land OÖ und Sozialministeriumservice OÖ in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Beschäftigungsinitiativen“, erklärt Landesrat Achleitner. „So hat das Wirtschaftsressort zum einen alle Arbeitsmarkt-Maßnahmen einer umfassenden Wirkungsanalysen unterzogen, um sie noch stärker an die aktuellen Bedarfe anzupassen. Andererseits werden gezielt Schwerpunkte weiter verstärkt“, erläutert der Politiker. Darin gibt es auch Maßnahmen zur Gewinnung neuer Fachkräfte. Zum Beispiel mit dem Ziel, die Arbeitsregion OÖ Regionen- und länderübergreifend zu vermarkten, um Fachkräfte aus dem In- und Ausland gezielt für OÖ zu gewinnen.

Betriebe suchen händeringend nach Personal
Am Nachmittag kam dann der Knalleffekt in Form einer Aussendung der Industriellenvereinigung. Schon dem Pakt 2022 habe sie „nur unter der Prämisse von notwendigen Anpassungen und Innovationen zugestimmt. Nun hat sich die IV OÖ dazu entschieden, den Pakt für Arbeit und Qualifizierung 2023 nicht mitzutragen: „Struktur und Inhalt stammen aus der Zeit steigender Arbeitslosigkeit und müssen in das neue Zeitalter des Arbeitskräftemangels übergeführt werden“, so die Botschaft der IV, die ihr Präsident Pierer so umschreibt: „Betriebe suchen händeringend nach Personal. Sie brauchen heute und in Zukunft zur Unterstützung ein innovatives, flexibles und passgenaues Paket an Fördermaßnahmen bei der Suche und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern." Keinesfalls dürfe es ein ständiges Fortschreiben des bestehenden Systems geben, welches - egal ob Rezession oder Hochkonjunktur - immer ähnlich hohe Summen für unveränderte Maßnahmen fördere.

Industrie verlagert schon Produktion
Pierer vertieft diese Position so: „Der Arbeitskräftemangel im Industrieland Oberösterreich ist enorm und wird sich aufgrund der demographischen Entwicklung weiter verschärfen. Dienstleistungseinschränkungen in der Medizin, der Pflege, in den Schulen, in Hotellerie und Gastronomie sowie Produktionsverlagerungen der Industrie ins Ausland sind bereits Realität und müssen in weiterer Folge unbedingt vermieden werden. Zusätzlich werden technologische Entwicklungen im Zuge der Twin Transition von Digitalisierung und Dekarbonisierung enorme Bedarfe an richtig qualifizierten Arbeitskräften auslösen“, betont der Präsident.

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