Betreiber verzweifelt

Post kündigt nach Überfall Postpartner den Vertrag

Oberösterreich
17.03.2023 09:00

Unternehmen lässt beraubten Partner in Obernberg/Inn nun endgültig fallen. Zuerst wurde seine monatliche Provision einbehalten, um auf die Weise die Beutesumme ersetzt zu bekommen. Der Kiosk-Betreiber schloss mangels Betriegskapital daraufhin vorübergehend die Post-Partnerfiliale. Nachdem seine Versicherung nun aber einspringt, könnte er wieder öffnen. Doch die Post hat den Vertrag mit ihm aufgelöst. 

Kiosk-Betreiber Hans H. (51) aus Obernberg/I. kann es kaum fassen. Sein erst am 22. August abgeschlossener Postpartner-Vertrag wurde seitens des Unternehmens mit sofortiger Wirkung gekündigt. Begründung der Post: H. habe gegen Verpflichtungen verstoßen, indem er seine Postpartnerstelle nicht wie vorgesehen betrieben habe. „Mir wird vorgeworfen, dass ich den Dienstbetrieb unterbrochen hab‘. Ich hatte aber nur ein paar Tage zu - und das war auch ein reiner Notwehrakt.“

Beraubter muss Beute ersetzen
Denn nach einem Überfall am 14. September 2022, bei dem H. eine Pistole an den Kopf gehalten und 7355 € Bargeld geraubt worden war, hatte die Post die Provisionszahlungen an ihn eingestellt. „Mir ist erklärt worden, dass die Zahlungen so lang einbehalten werden, bis die gesamte Beute abbezahlt ist“, so der Kiosk-Betreiber.

Versicherung sprang ein
Da der 51-Jährige dieses Geld aber zur Aufrechterhaltung des Betriebes benötigte, sah er sich gezwungen, die Postpartner-Filiale vorübergehend zu schließen. „Inzwischen hat sich meine Versicherung aber bereit erklärt, den beim Raub entstandenen Schaden zu ersetzen. Daher könnte ich wieder öffnen“, sagt H. Dass die Post ihn nun fallen lässt, versteht er nicht: „Ich habe mir doch nie etwas zu Schulden kommen lassen." Er will sich dagegen rechtlich zur Wehr setzen.

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Wir sind über das Aus der Postpartnerschaft zwar informiert worden, doch als Gemeinde können wir dagegen überhaupt nichts tun.

Martin Bruckbauer, Bürgermeister von Obernberg am Inn

Briefe können nur noch im Nachbarort aufgegeben werden
Wenig erfreut über diese Kündigung ist auch Bürgermeister Martin Bruckbauer: „Dass es im Ort keine Post mehr gibt, ist extrem schade. Es scheint auch kaum vorstellbar, dass sich noch wer findet, der das ersatzweise übernimmt. Wir müssen jetzt unsere Pakete in der Nachbargemeinde aufgeben.“

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