Mi, 15. August 2018

Hohe Staatsschulden

24.08.2011 09:29

Moody's stuft Kreditwürdigkeit von Japan herab

Die Ratingagentur Moody's hat am Mittwoch die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Die Bonität des von der Erdbeben-Katastrophe gebeutelten Landes sinkt um eine Note von "Aa2" auf "Aa3". Der Ausblick für die Bonität der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bleibt "stabil". Moody's begründet die Herabstufung mit Japans hohem Haushaltsdefizit sowie dem Anstieg der Staatsschulden seit der globalen Rezession in 2009.

Die Absenkung der Bonität erhöht den Druck auf Japans Politik, die desolaten öffentlichen Finanzen zu sanieren. In der kommenden Woche steht in Japan ein Wechsel an der Regierungsspitze bevor, Premier Naoto Kan hat seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.

Japan hat unter allen Industrieländern die höchsten Staatsschulden, die sich inzwischen auf rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukt belaufen, ist allerdings fast ausschließlich bei den eigenen Bürgern verschuldet.

Erste Herabstufung seit neun Jahren
Es ist die erste Herabstufung für Japan seit neun Jahren. Sie erfolgte trotz der Bemühungen der Regierung, die öffentlichen Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Dazu gehört das kürzlich erklärte Vorhaben, die Verbrauchsteuer in den nächsten Jahren stufenweise auf zehn Prozent zu verdoppeln. Mehrere Faktoren machten es jedoch für Japan schwierig, den Anstieg der Schulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zu verlangsamen, begründete die US-Ratingagentur ihren Beschluss.

Moody's äußerte zudem Zweifel daran, ob ein neuer Premier angesichts der Zerstrittenheit in der Regierungspartei DPJ sowie der Patt-Situation im Parlament in der Lage sein wird, die geplante Steuerreform anzupacken. Die Opposition hält die Mehrheit im Oberhaus und kann damit Gesetzesvorhaben der Regierung erschweren. Hinzu kommt, dass Japans wirtschaftliche Erholung durch die Erdbeben-Katastrophe vom 11. März beeinträchtigt worden ist.

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