Fast 183.600 Notrufe zählte die Leitstelle Tirol im Vorjahr. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein neuer Rekord. Im Interview mit der „Krone“ spricht Geschäftsführer Bernd Noggler über die Ausbildung, die Betreuung nach schlimmen Einsätzen und welche Fälle ihm besonders nahe gehen.
„Krone“: Welche Voraussetzungen müssen die Mitarbeiter mitbringen?
Bernd Noggler: Ein Berufsbild „Leitstelle“ gibt es nicht. Wir haben Mitarbeiter, die die Matura haben und solche, die eine Lehre gemacht haben. Wenn man bei uns anfangen möchte, gibt es ein „Assessment“, in dem die Leute gecheckt werden. Geografiekenntnisse sind eine Voraussetzung, der Umgang mit Computern auch. Und man sollte gleichzeitig hören und schreiben können. Es gibt einen Stresstest und einen psychologischen Test. Wenn man beides besteht, geht es in die Ausbildung, die sechs Monate in Anspruch nimmt.
Auch Lawinen mit Todesopfern gehen mir als Bergretter sehr nahe.
Bernd Noggler
Was sind die größten Herausforderungen?
Die größten Herausforderungen sind, ruhig und konzentriert zu bleiben, den Einsatzort ausfindig zu machen und die Situation richtig einzuschätzen. Hin und wieder gibt es auch sprachliche Probleme, für die es aber technische Hilfsmittel gibt.
Gibt es nach besonders schlimmen Einsätzen ein Betreuungsangebot?
Ja. Unsere stellvertretende Betriebsleiterin ist auch Psychologin. An sie kann man sich im Haus wenden. Zudem gibt es ein Abkommen mit dem Arbeitsmedizinischen Zentrum in Hall, wo man auch Hilfe bekommt.
Was war für Sie der einprägendste Einsatz?
Schlimme Unfälle mit Kindern sind sehr belastend. Auch Lawinen mit Todesopfern gehen mir als Bergretter sehr nahe.
Gibt es eigentlich auch kuriose Anrufe?
(lacht und hat Freudentränen) Die sind nichts für die Presse.
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