„Unsere blauen Augen“ der Linzer Dramatikerin Teresa Dopler feierte Österreich-Premiere auf der Studiobühne. Ein gekünsteltes Stück über den Traum von einem biederen Leben.
Barbie und Ken, pardon, Lisa und Max, wünschen sich, was sich alle in der ländlichen Idylle von Ternitz wünschen: Ein eigenes Haus, eine solide Zukunft. Doch was als bescheidener Traum beginnt, artet schnell zu einer Utopie aus. Das (Karten)haus droht einzustürzen, die Fassade der heilen Welt bröckelt...
Teresa Doplers Stück „Unsere blauen Augen“ aus dem Jahr 2018 feierte nun auf der Studiobühne in Linz die Österreichische Erstaufführung. Inszeniert hat es Nina Maria Metzger als plastikbunte Show (Bühne und Kostüme: Mirjam Ruschka, Musik: Stefan Opeker), in der alle so tun müssen, als wären sie gar keine richtigen Menschen, sondern nur Abziehbilder davon. Klar, damit sollen Stereotypen bloßgestellt werden, doch wirklich nahe gehen kann einem das nicht. Die Zuschauer werden permanent mit plumpen Metaphern gefüttert, wenn etwa die alteingesessenen, österreichischen Apfel- und Birnbäume gegen die Ansiedlung einer „fremden“ Kokospalme protestieren. Zum Nachdenken wird man dabei wirklich nicht aufgefordert.
Das Ensemble des Landestheaters gibt sein Bestes, Nataya Sam und Markus Ransmayr kämpfen sich als arisches Häuslbauer-Traumpaar Lisa und Max durch, wirklich unterhaltsam sind Sebastian Hufschmidt und Horst Heiss als Nr. 1 und Nr. 2, und ein großes Talent ist die junge Gemma Vannuzzi aus dem Schauspielstudio als Palme. Doch nach 80 Minuten überzeichneter Idylle ohne viel Handlung bleibt man ein wenig ratlos und vor allem unberührt zurück.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.