Protestiert in Davos
Briten-Millionär fordert höhere Steuern für Reiche
Der britische Millionär Phil White möchte unbedingt mehr Steuern zahlen: Deshalb ist er zum Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos in der Schweiz gereist, um die Regierungen weltweit dazu zu bewegen, Steuern für Reiche und Superreiche einzuführen.
Der Reichtum müsse reduziert werden, „um die Ungleichheit zu verringern und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen“, fordert White, der mit einer Beratungsfirma zu Vermögen kam. „Besteuern Sie mich und besteuern Sie Leute wie mich“, sagt der Brite. Er ist einer von rund 100 Superreichen, die eine Vermögenssteuer für die Reichsten der Welt fordert.
„Regierungen sollen Vermögenssteuern einheben“
„Mein Name ist Phil White und ich bin aus London nach Davos gekommen für diese Veranstaltung. Ich bin Mitglied der ,Patriotic Millionaires UK‘, einer Gruppe wohlhabender Menschen, die der Meinung sind, dass wir den Reichtum reduzieren sollten und die Regierungen Vermögenssteuern einheben sollten, um die Ungleichheit zu verringern und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen“, sagt er im AFP-Interview (siehe Video oben).
Während der Corona-Pandemie habe man gesehen, dass wirklich sehr viele Menschen mit niedrigen Einkommen zu kämpfen hatten, um über die Runden zu kommen. Zur gleichen Zeit ging es den Millionären aber sehr gut, erläutert White. „Wir sahen eine größere Spaltung der Gesellschaft zwischen den Reichen, die reicher wurden, und den Armen, die immer ärmer wurden.“
„Wir (die Mitglieder der ,Patriotic Millionaires UK‘, Anm.) setzen auf eine jährliche Vermögenssteuer, und zwar deshalb, weil extremer Reichtum tatsächlich eine Reihe von Problemen verursacht“, sagt White. Es sei ein wirtschaftliches Problem, wenn die Reichen Geld aus der Gesellschaft nehmen und es behalten, obwohl dieses Geld für andere Dinge verwendet werden könnte, so der Millionär.
Extremer Reichtum fördert Spaltung der Gesellschaft
Es gebe soziale und demokratische Probleme, die mit extremem Reichtum und der Spaltung der Gesellschaft einhergehen. Und die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, besteht darin, den Wohlstand und den extremen Wohlstand im Laufe der Zeit zu verringern, argumentiert White, der zu einer Gruppe von mehr als 100 Millionären aus neun Ländern gehört, die eine Vermögenssteuer für die Reichsten fordert.
„Besteuert uns, die Reichen, und zwar jetzt“, fordern seit geraumer Zeit Gruppen wie die „Patriotic Millionaires“ (Patriotische Millionäre), „Millionaires for Humanity“ (Millionäre für Menschlichkeit) und „Tax Me Now“ (Besteuert mich jetzt), zu denen unter anderem auch die österreichische Millionen-Erbin Marlene Engelhorn (Bild unten) gehören.
Oxfam: Superreiche sind Gewinner der Krisen
Wie Entwicklungsorganisation Oxfam am Montag berichtete, sind durch den deutlichen Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise im vergangenen Jahr Milliardäre noch reicher geworden. Unter dem Strich seien Konzerne und Superreiche die Gewinner von Corona-Pandemie und Energiekrise, hielt Oxfam fest. Das Gesamtvermögen aller Milliardäre sei seit 2020 im Schnitt täglich um 2,7 Milliarden US-Dollar (knapp 2,5 Mrd. Euro) gestiegen.







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