Abtreibungen

Ersatzlösung fixiert – zwei Punkte noch offen

Vorarlberg
18.01.2023 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Grüne wollen Unterstützungsfonds durch den bei Bedarf Abbrüche und auch längerfristige Verhütungsmittel wie etwa eine Spirale finanziert werden. 

Mit Jahresende hatte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher einen Vorschlag präsentiert, wo Schwangerschaftsabbrüche künftig erfolgen sollen. Nach der Pensionierung des bisher einzigen Arztes sollen rund zehn Mediziner diese Eingriffe auf dem Areal des Personalheims neben dem LKH Bregenz vornehmen. Eine Lösung, mit der sich die Mitglieder des Sozialpolitischen Ausschusses - mit Ausnahme der FPÖ - am Mittwoch grundsätzlich zufrieden zeigten.

Noch offen ist die Frage, wie mögliche Abtreibungsgegner, die in den vergangenen Jahren immer wieder die Praxis des angehenden Pensionisten belagert hatten, ferngehalten werden können. Das Hausrecht allein dürfte nicht ausreichen, da sich zwischen den Gebäuden ein öffentlicher Weg befindet.

Mögliche Hürden auch für die Mittelschicht

Ein zweiter offener Punkt dreht sich um die Finanzierung der Schwangerschaftsabbrüche. Die Kosten dafür belaufen sich auf 600 bis 800 Euro - eine Summe, die nicht jeder aufbringen kann. „Ich denke nicht nur an Menschen, die sich das nicht leisten können, sondern auch an Frauen der Mittelschicht, die in einer Gewaltbeziehung leben. Einer Beziehung, in der der Mann über das Geld verfügt“, erläutert Sandra Schoch (Grüne). Ein in Tirol bereits praktiziertes Modell sollte deshalb künftig auch in Vorarlberg gelten. Gesundheits- und Sozialabteilung zahlen Mittel in einen Unterstützungsfonds ein. Durch diesen werden nicht nur Abtreibungen, sondern auch „längerfristige Verhütungsmittel“ bezahlt. Zu diesen zählt beispielsweise eine Spirale, die zwischen 300 und 400 Euro kostet.

Zitat Icon

Ein Unterstützungsfonds wäre notwendig, ansonsten wäre die jetzige Lösung nur eine, die sich Reiche leisten können.

Sandra Schoch, Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschuss

Ganz und gar nicht zufrieden mit der Lösung sind die Freiheitlichen: Frauensprecherin Nicole Hosp und Familiensprecherin Andrea Kerbleder hatten den bestmöglichen Schutz des ungeborenen Lebens gefordert. Dazu zählen aus ihrer Sicht eine kostenlose, aber verpflichtende psychologische Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch, eine entsprechende Wartezeit zwischen der ersten Beratung und dem Abbruch sowie eine anonymisierte ärztliche Meldepflicht zur Statistik und Motivforschung.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Vorarlberg
18.01.2023 17:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

5° / 13°
Symbol wolkig
7° / 16°
Symbol wolkig
7° / 16°
Symbol wolkig
7° / 16°
Symbol stark bewölkt
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt