Auch im neuen Jahr haben dreiste Telefongauner schon wieder zugeschlagen. Alleine im Jahr 2022 belief sich die Schadenssumme der Gauner in Oberösterreich auf rund fünf Millionen Euro.
Über Stunden beackerte ein Telefonbetrüger diese Woche eine 66-Jährige aus dem Bezirk Gmunden. Der Kriminelle versuchte der Pensionistin einzureden, dass ihr Kind einen Verkehrsunfall verursacht habe. Nur durch die Bezahlung einer Kaution könne eine Festnahme verhindert werde.
Von Gmunden nach Linz gefahren
Am späten Nachmittag setzte sich die Seniorin dann tatsächlich ins Auto, und übergab Schmuck im Wert von etwa 70.000 Euro einer Frau (etwa 25 Jahre alt, rot-blondes Haar).
Nur kurze Pause
Kein Einzelfall, wie Gerald Sakoparnig, der Leiter der Betrugsabteilung im Landeskriminalamt, weiß. „Über die Feiertage war es etwas ruhiger, aber allein am Dienstag hatten wir rund 60 Meldungen von betrügerischen Anrufen. Die Dunkelziffer ist natürlich viel höher, das geht sicher in die Hunderte“, sagt er auf Nachfrage der „Krone“. Zumindest in zwei Fällen waren die Betrüger auch erfolgreich.
Hoher Gesamtschaden
Denn neben der 66-Jährigen übergab auch ein 83-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land Geld und Schmuck an die Betrüger. Die genaue Schadenssumme ist in diesem Fall noch nicht bekannt. Wie groß der von Betrügern angerichtete Schaden ist, zeigt das Jahr 2022. „Da bewegte sich die Schadenssumme in Oberösterreich bei etwa fünf Millionen Euro“, so Sakoparnig.
Tätergruppe ausgehoben
Dabei konnte erst vor wenigen Wochen eine Tätergruppe - Mitglieder gaben sich als Interpol-Polizisten aus - aus dem Verkehr gezogen werden. „Sie stammten aus Indien“, sagt Sakoparnig. Er hat wenig Hoffnung, dass die Betrugsversuche künftig weniger werden, weil rasch andere Tätergruppen ihren Platz einnehmen. Seine Mahnung: Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft verlangt Geld am Telefon.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.