Es sollte die große Liebe sein, doch die Gefühle beruhten nicht auf Gegenseitigkeit: Am Tag vor dem Heiligen Abend wagte schließlich eine 71-Jährige aus dem Raum Gmunden den schweren Gang zur Polizei Salzburg und erstattete Anzeige gegen ihren vermeintlichen Liebhaber. Die Polizei warnt: Betrüger geben auch rund um die Weihnachtszeit keinen Frieden.
Bereits Anfang des Sommers wurde die Seniorin auf Facebook von einem angeblich berühmten, klassischen Musiker angeschrieben. Die Frau verliebte sich, prompt in den Künstler – doch dieser spielte ihr nur die große Liebe vor, wollte nur an das Geld der Seniorin. Zwischen Ende Juli bis Ende Oktober überwies die Verliebte mehrmals Geld, in Summe waren es 56.000 Euro. Kurz vor Weihnachten zog sie nun einen Schlussstrich und ging zur Polizei. Das Geld sieht sie wohl nie wieder.
Dieser Fall steht nur exemplarisch für Hunderte solcher Fälle, warnt das Landeskriminalamt Oberösterreich. Denn Betrüger kennen keinen Weihnachtsfrieden, sie probieren es ohne viel Scham immer und immer wieder. Vor allem drei Maschen waren im heurigen Jahr besonders beliebt:
„Tochter/Sohn“-Betrug
Die Täter geben sich als Sohn/Tochter aus, sagen, dass ihr Handy kaputt sei und sie daher eine neue Nummer haben würden. Da auch der Zugang zum E-Banking-Account nicht möglich sei, werden die Opfer gebeten, eine dringende Geldüberweisung für ihre „Kinder“ zu tätigen. Die Fake-Nachricht kommt entweder per SMS, WhatsApp, Signal oder anderem Messenger-Dienste. Tipp: Kinder unter ihrer echten Nummer anrufen, dann sollte sich das vorgelogene Problem in Luft aufgelöst haben.
Fakeshops
Den Kriminellen ist nichts heilig. Professionell gestaltete, jedoch falsche Onlineshops werben mit unwiderstehlichen Schnäppchen. Sogar gestiegene Heiz- und Lebenshaltungskosten machten sich die Betrüger heuer zu Nutze. Als Käufer immer nach einem Impressum auf der Seite suchen und eventuellen Qualitätszertifikaten. Tätigen Sie keine Käufe unter Zeitdruck und googeln Sie am besten einfach die Internetseite.
Phishing
Ob es sich um eine Mail einer Bank, ein verlockendes Gewinnspiel per SMS, oder die Nachricht über eine Paketzustellung handelt: Die Erscheinungsformen sind unterschiedlich, haben aber immer das selbe Ziel. Die Betrüger wollen an persönliche Daten.
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