Dauerthema Energie

Tiroler Industrie warnt vor Abwanderung der Firmen

Tirol
21.12.2022 16:00

Die steigenden Energiepreise sind eine Belastung für die Tiroler Industrie. Noch sei die Stimmung zwar positiv, aber es brauche rasche Lösungen. Schlimmstenfalls drohe sonst eine Abwanderung von Betrieben.

Rund 40.000 Beschäftigte in 535 Unternehmen zählt die Tiroler Industrie. „Mit einer Wertschöpfung von jährlich ungefähr 30 Milliarden Euro bzw. einem Anteil von 26 Prozent gilt sie als ein wichtiges Standbein der Wirtschaft“, rechnete WK-Spartenobmann Max Kloger am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor. Zusammen mit Spartengeschäftsführer Oswald Wolkenstein trat er vor die Medienvertreter. „Normalerweise machen wir das nicht, sondern diskutieren die Lage in Gremien und mit der Politik“, sagt Wolkenstein.

Zitat Icon

Ausländische Kunden verstehen die höheren Preise wegen der Energie nicht.

Max Kloger

Ausbau der Erneuerbaren, um Krise Herr zu werden
Der Grund, warum sie dennoch ausrückten: Die Energiepreise und der Arbeitskräftemangel machen der Industrie zusehends zu schaffen. Rund drei Viertel der produzierten Waren in Tirol wandern pro Jahr durch Exporte ins Ausland. „Außerhalb der EU verstehen unsere Kunden nicht, dass wir die Preise auf Produkte aufgrund der explodierenden Energiekosten anpassen müssen. Derartige Probleme gibt es dort nämlich nicht“, betonte Kloger.

Daher müsse die Politik nun einlenken, um die Energiepreise in den Griff zu bekommen. Dabei denken die Industrievertreter vor allem an den Ausbau von Fotovoltaik, Windkraft und zuvorderst Wasserkraft. „Nur wenn wir unsere Energie selber erzeugen, bekommen wir die Krise in den Griff“, verdeutlichte konkret Kloger.

Mehr Zuzug und Öffnung des Arbeitsmarktes
Um den Arbeitskräftemangel in den Griff zu bekommen, fordern beide unisono „einen geregelten Zuzug aus dem Ausland durch eine Reform bei der Rot-Weiß-Rot-Karte, arbeitswillige Asylwerber arbeiten zu lassen und die Schaffung der Möglichkeit, dass auch Pensionisten ohne große Abschläge arbeiten dürfen“.

Abschließend betonte Wolkenstein, dass „die Stimmung in den Betrieben derzeit noch gut ist und wir positiv in die Zukunft blicken“. Damit diese gute Stimmung nicht kippe und Tirol als Standort für Betriebe weiterhin attraktiv bleibe, müsse die Politik aber „jetzt überaus rasch handeln“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
21.12.2022 16:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung