Die steigenden Energiepreise sind eine Belastung für die Tiroler Industrie. Noch sei die Stimmung zwar positiv, aber es brauche rasche Lösungen. Schlimmstenfalls drohe sonst eine Abwanderung von Betrieben.
Rund 40.000 Beschäftigte in 535 Unternehmen zählt die Tiroler Industrie. „Mit einer Wertschöpfung von jährlich ungefähr 30 Milliarden Euro bzw. einem Anteil von 26 Prozent gilt sie als ein wichtiges Standbein der Wirtschaft“, rechnete WK-Spartenobmann Max Kloger am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor. Zusammen mit Spartengeschäftsführer Oswald Wolkenstein trat er vor die Medienvertreter. „Normalerweise machen wir das nicht, sondern diskutieren die Lage in Gremien und mit der Politik“, sagt Wolkenstein.
Ausländische Kunden verstehen die höheren Preise wegen der Energie nicht.
Max Kloger
Ausbau der Erneuerbaren, um Krise Herr zu werden
Der Grund, warum sie dennoch ausrückten: Die Energiepreise und der Arbeitskräftemangel machen der Industrie zusehends zu schaffen. Rund drei Viertel der produzierten Waren in Tirol wandern pro Jahr durch Exporte ins Ausland. „Außerhalb der EU verstehen unsere Kunden nicht, dass wir die Preise auf Produkte aufgrund der explodierenden Energiekosten anpassen müssen. Derartige Probleme gibt es dort nämlich nicht“, betonte Kloger.
Daher müsse die Politik nun einlenken, um die Energiepreise in den Griff zu bekommen. Dabei denken die Industrievertreter vor allem an den Ausbau von Fotovoltaik, Windkraft und zuvorderst Wasserkraft. „Nur wenn wir unsere Energie selber erzeugen, bekommen wir die Krise in den Griff“, verdeutlichte konkret Kloger.
Mehr Zuzug und Öffnung des Arbeitsmarktes
Um den Arbeitskräftemangel in den Griff zu bekommen, fordern beide unisono „einen geregelten Zuzug aus dem Ausland durch eine Reform bei der Rot-Weiß-Rot-Karte, arbeitswillige Asylwerber arbeiten zu lassen und die Schaffung der Möglichkeit, dass auch Pensionisten ohne große Abschläge arbeiten dürfen“.
Abschließend betonte Wolkenstein, dass „die Stimmung in den Betrieben derzeit noch gut ist und wir positiv in die Zukunft blicken“. Damit diese gute Stimmung nicht kippe und Tirol als Standort für Betriebe weiterhin attraktiv bleibe, müsse die Politik aber „jetzt überaus rasch handeln“.
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