Ein Atelierhaus in Gmunden wird zum Zufluchtsort für zwei Künstlerinnen aus der Ukraine mit ihren Kindern. Während der Krieg in ihrer Heimat weitertobt, versuchen sie zu arbeiten. Jetzt ereignete sich ein Weihnachtswunder.
„Es gibt nur eine einzige gute Nachricht: Das Ende des Kriegs!“, sagt die Designerin Polina Veller zur „Krone“. Doch bis jetzt wartet sie vergeblich darauf. Die Künstlerin aus der Ukraine ist den Bomben in ihrer Heimat entkommen, hat mit ihrem Baby im Atelierhaus in Gmunden Unterschlupf gefunden.
Stromausfälle sind tückisch
Hier teilt sie mit der Digitalkünstlerin Julia Beliaeva, die mit ihrem achtjährigen Sohn aus Kiew geflohen ist, eine Wohnung. Über den Krieg sagen sie: „Es geht nicht nur um Territorium, sondern es ist ein Krieg der Werte und Kulturen.“
Sobald wie möglich wollen sie zurück, doch jetzt - unmöglich! „Ich halte Kontakt mit meiner Familie“, sagt Beliaeva. „Wir warten oft auf Nachrichten.“ Doch wegen der Stromausfälle ist die Kommunikation schwierig.
Keramiken mit Kriegsbotschaften
„Wir stehen ständig unter Stress“, sagt Veller. „Nur der Blick auf den See und die Natur kann uns etwas beruhigen.“
Die beiden Künstlerinnen versuchen zu arbeiten. Beliaeva ist sogar an einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus beteiligt. Mit Gmundner Keramik verwirklicht sie ein irritierendes Projekt: Die Darstellung eines dürren Mädchens wandelt sie in Keramiken um. Veller dagegen verziert, verschleiert, „knebelt“ mit Kabelbindern ihr Gesicht.
Optimismus ist gefragt
Die Fäden hinter dem „Kunst-Asyl“ für zwei Ukrainerinnen mit ihren Kindern zieht Andrea Bier, engagierte Kunstmanagerin: „Die beiden sind in einer Ausnahmesituation, es war klar, ihnen das Atelierhaus länger zur Verfügung zu stellen. Vorerst bleiben sie bis Ende Jänner – Wir bleiben alle optimistisch.“
Das größte Weihnachtsgeschenk aber gab es schon gestern. Beliaevas Mann durfte überraschend ausreisen, er kam nach 24 Stunden Fahrt in Gmunden an.
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