Portrait

Leidenschaft für Ästhetik und Provokation

Vorarlberg
18.12.2022 17:25
Porträt von Raimund Jäger
Von Raimund Jäger

Der „Kunstraum Dornbirn“ hat sich unter der Leitung von Thomas Häusle als herausragende Plattform für zeitgenössische Kunst etabliert.

Auch wenn er sich seit seiner Jugend für Kunst interessierte, dauerte es, bis Thomas Häusle seine Leidenschaft zum Beruf machte. In einer Unternehmerfamilie aufgewachsen, absolvierte er ein Wirtschaftsstudium. Nach dem allzu frühen Unfalltod seines Vaters trat er 1987 in die Geschäftsführung der Hubert Häusle GmbH&CoKG, dem führenden Entsorgungsunternehmen der Region, ein. „Nachhaltigkeit war in unserer Branche Kernthema, schon bevor es zum Allgemeingut wurde“, so der gebürtige Dornbirner, der auch nach dem Verkauf der Firma als Geschäftsführer tätig blieb und unter anderem 2002 am „World Summit“ für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg teilnahm.

Daneben gab’s aber noch Anderes: Schon während seines Studiums beschloss er, sich der zeitgenössischen Kunst zu widmen. „Zum einen habe ich seit jeher ein Faible für alles Anspruchsvolle und Ästhetische. Zum anderen war die Kunstszene in den 80er-Jahren provokanter und auch selbstreflektierender als heute. Ich war jedenfalls fasziniert“, schildert Häusle seine Motivation, die er in Vorarlberg und Wien auslebte.

Einzigartiger Ausstellungsort
Gemeinsam mit Wolfgang Fetz und Gerald Matt etablierte Thomas den „Bregenzer Kunstverein“. Das Magazin 4 in Bregenz wurde so mit teilweise provokanten Ausstellungen zum heimischen Hotspot der Avantgarde. Die Verbindung mit Matt hielt auch in Wien, wo Häusle als langjähriger Präsident der Kunsthalle fungierte. „Sowohl Wolfgang als auch Gerald waren beziehungsweise sind herausragende Kuratoren. Und wie man sieht, kam nichts Besseres nach“, kommentiert der 60-jährige.

Äußerst beliebt ist auch sein aktuelles Projekt, der „Kunstraum Dornbirn“. Seit 2013 leitet Häusle die historische Montagehalle hauptberuflich und verwandelte diese zu einem Ausstellungsort, der auch international Aufmerksamkeit erregt. „Vorteilhaft ist, dass ich ganz nach meinem Geschmack die künstlerische Linie bestimmen kann. Mein Nachteil: das geringe Budget“, meint er mit einem leicht bitteren Schmunzeln.

„Nur etwa 20.000 Euro pro Ausstellung und dennoch kommen Stars wie Hans Op de Beek, Berlinde de Bruyckere oder Animations-Pionier Jan Svankmajer. Das macht mich schon stolz“, so der passionierte Mountain-Biker, Ski-Tourer und Motorrad-Rennfahrer. Und da Häusle, dessen erklärte Lieblingsbeschäftigung „Nachdenken über Theorien“ ist, das Niveau des „Kunstraum Dornbirn“ weiter steigern will und zudem die „Lichtstadt Feldkirch“ co-kuratiert, wird er sicher noch zahlreiche Gelegenheiten haben, stolz zu sein.

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