Nach zehn Jahren an der Spitze des Landesrechnungshofes geht Friedrich Pammer (65) in Pension. An Rudolf Hoscher übergibt er mit Jahreswechsel eine Kontrollinstanz, die Gewicht hat und von der Politik gehört wird - auch wenn sie der Landesregierung immer wieder mal „auf die Zehen steigt“.
Ist Pammer bei den Dutzenden Prüfungen in seiner Zeit jemals klassische Korruption untergekommen, wie sie sich jetzt im Europäischen Parlament offenbart hat? „In dieser Form nicht. Die Frage ist aber: Wo beginnt der Graubereich zu einer ungerechtfertigten Inanspruchnahme öffentlicher Mittel, denn das ist unsere Baustelle. Und diesen Graubereich, den haben wir auch immer wieder aufgezeigt, zum Beispiel bei den Förderungen für parteinahe Vereine und Organisationen.“
Großteil der Empfehlungen wird umgesetzt
Gibt es Einmischungs- oder gar Einschüchterungsversuche von der Politik? Pammer: „Nein, es gibt keine Einmischungsversuche! Ich glaube, dass die Regierungspolitiker als Vertreter der geprüften Stellen unsere Sichtweisen sehr wohl akzeptieren. Was nicht immer heißt, dass sie die gleichen haben. Aber der Großteil unserer Empfehlungen wird umgesetzt.“
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