Der Bericht zum Krankenhaus Kufstein sieht keine Defizite in der Struktur. Zwei Mitarbeiter müssen sich aber trotzdem verantworten.
Angebliche Missstände bei der Pflege in der Psychiatrie des Bezirkskrankenhauses Kufstein hatten Ende Juli für Wirbel gesorgt. Die Konsequenzen waren Anzeigen bei der Datenschutzbehörde und beim Arbeitsgericht, die Ermittlungen laufen. Zudem wurden zwei Personen entlassen. Als erste Reaktion soll der Nachtdienst aufgestockt werden (künftig ein Vier-Augen-Prinzip). Auch bauliche Änderungen sind geplant.
Innsbrucker Anwalt machte „Zustände“ öffentlich
Zur Vorgeschichte: Bei einem Gerichtsverfahren wegen Mobbings am Krankenhaus hatte ein Innsbrucker Anwalt die „Zustände“ öffentlich gemacht. Es ging um mögliche Verstöße gegen die Menschenwürde. Pflegebedienstete sollen unter anderem wehrlose Patienten gefilmt und fotografiert und die Aufnahmen über einen Messenger-Dienst geteilt haben. Auf einem Video soll ein Pfleger zu sehen gewesen sein, der an einem Fixierbett sexuelle Handlungen an sich vornimmt.
Staatsanwaltschaft stellte Ermittlungen ein
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte das Krankenhaus eine Rechtsanwaltskanzlei und Josef Mark (Leiter der Psychiatrie und Psychotherapie A am LKH Hall) hinzugezogen. Nach Interviews und Sichtung diverser interner Dokumente räumte dieser „eine Reihe von Herausforderungen“ ein, diese hätten aber keine strukturellen Ursachen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen mangels strafrechtlicher Relevanz kürzlich bereits eingestellt.
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