Im zweiten Jahresquartal 2022 konnten rund neun Prozent aller Haushalte in Österreich durch die steigenden Heizkosten ihre Wohnung nicht ausreichend heizen. Doch auch bereits vor dem Krieg in der Ukraine waren die Heizkosten für zwei Prozent der Haushalte unleistbar.
Das geht aus einer Studie der Statistikbehörde im Auftrag der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Konkret konnten 2021 rund 81.000 Haushalte ihre Wohnung nicht ausreichend warm halten. Unter den Ein-Personen-Haushalten und unter den Mietern waren es jeweils 3,3 Prozent. Bei Menschen, die höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügen, waren 5,7 Prozent betroffen.
Corona-Krise nicht schuld an Energiearmut
„Die Corona-Krise hat nicht zu einem Anstieg der Energiearmut geführt“, hebt E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch in einer Aussendung hervor. „Es bleibt aber zu befürchten, dass sich das aufgrund der aktuellen Energiekrise ändern wird.“ Bereits im vierten Quartal 2021 stieg der Anteil der betroffenen Haushalte auf 6,6 Prozent. Zwei Quartale später waren es 9,2 Prozent.
Ein Blick auf Zahlen aus 2020 habe zudem ergeben, dass armutsgefährdete Haushalte (Einkommen geringer als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens) oft überdurchschnittlich hohe Energiekosten (mehr als 140 Prozent) zu tragen hatten. Vor zwei Jahren seien 123.800 bzw. 3,2 Prozent aller Haushalte davon betroffen gewesen.
„Strompreisbremsen nur kurzfristige Maßnahmen“
„Strompreisbremsen und andere aktuelle Unterstützungsleistungen sind essenzielle, aber nur kurzfristige Maßnahmen, um leistbaren Energiekonsum für energiearme Haushalte in der Energiekrise zu gewährleisten“, sagt Urbantschitsch mit Blick auf mögliche Gegenmaßnahmen. Informationen zum Sparen von Energie müssten um flächendeckende Beratungsleistungen und ein Unter-die-Arme-Greifen bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen erweitert werden.








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