Am Airport Innsbruck wurde am Freitagabend nach vierjähriger Pause im Rahmen einer Großübung der Ernstfall geprobt. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen klappte hervorragend.
Die Unfallannahme für Freitagabend hätte dramatischer nicht sein können: Eine Maschine der „Mountain Air“ ist bei der Landung von der Piste abgekommen und mit einem Schneepflug kollidiert. Die Konsequenz: Feuer, das auch auf ein Gebäude neben dem Flughafen übergreift, wo gerade ein Vereinsfest über die Bühne geht. Es gibt Dutzende Verletzte.
Eingeschlossene und verletzte Passagiere
Um 19.15 Uhr heulen die Sirenen am Alpenairport, die Flughafenfeuerwehr rast mit schwerem Gerät von der Südseite nach Norden, wo das Unglück passierte. Von den Einsatzkräften weiß vorher keiner, was auf ihn zukommen würde. „Drehbuch gibt es keines, es handelt sich ja um eine Übung, nicht um eine Vorführung“, sagt Innsbrucks Branddirektor Helmut Hager. Die Kräfte der Feuerwehr beginnen mit den Löschmaßnahmen an der Flugzeugattrappe. In dem ausrangierten, umgebauten Öltank befinden sich zahlreiche eingeschlossene und verletzte Passagiere.
Während es den Einsatzkräften gelingt, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, und nach und nach die Verletzten zu bergen, treffen die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren aus Innsbruck und Völs sowie die Rettungswagen am Unfallort ein.
Atmosphäre war wie bei einem richtigen Unfall
Die Passagiere werden von sogenannten Figuranten gespielt. Und die machen ihre Sache realistisch und eindrucksvoll. Die einen schreien vor Schmerzen, die anderen rufen um Hilfe, zwischendurch schreit einer „Herzinfarkt, Herzinfarkt!“.
Die Feuerwehrleute bringen die Verletzten an einen sicheren Platz, wo sich rasch das Heer von Sanitätern und Notärzten um sie kümmert. Nach und nach werden sie zu einer Sammelstelle transportiert, wo sich rund 150 Kräfte des Roten Kreuzes und des Samariterbunds um sie kümmern. Polizisten sind ebenfalls im Einsatz. Die Feuerwehr hat inzwischen auch den Brand in dem Vereinsgebäude gelöscht, nach zwei Stunden ist die Übung „Albatros 22“ erfolgreich beendet.
Branddirektor Hager zog positiv Bilanz: „Ganz zufrieden sind wir aber nicht, da und dort hätten Absprachen besser klappen können!“ Das gegenseitige Kennenlernen von Entscheidungsträgern im Rahmen der Übung hob er als wichtigen Punkt hervor. „Bei Notfallübungen lernt man aus Fehlern, die während der Übung passieren, am meisten“, resümierte der Vize-Flughafendirektor Patrick Dierich. Die Abwicklung von „Albatros 22“ habe insgesamt jedenfalls sehr gut funktioniert.
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