Fast Fashion & Co.

Der Wegwerfwahnsinn in der Shopping-Hochsaison

Leben
13.10.2022 12:20

Auch noch im Jahr 2022 ist die systematische Zerstörung von Neuwaren nach wie vor üblich. Insbesondere in der Textil- und Elektronikbranche werden Unmengen von Waren zerstört, wenn sie nicht innerhalb einer Saison verkauft werden können. Gerade in Zeiten der Klimakrise eine absurde Praxis und massive Ressourcenverschwendung.

Mit dem Start der jährlichen Shopping-Hochsaison hat Greenpeace zehn große Handelsunternehmen in Österreich zu ihrem Umgang mit unverkaufter Ware befragt, darunter H&M, Amazon und Mediamarkt. Einzig C&A übermittelte einige Zahlen.

So gab das Unternehmen an, dass 2021 rund 160.000 überschüssige Kleidungsstücke an Großhändler verkauft und 560.000 Stücke von Kund:innen an C&A retourniert wurden - genaue Zahlen, wie viel davon entsorgt und wie viele erneut verkauft werden, wurden jedoch nicht genannt.

Mediamarkt verweist auf Reparaturservice-Angebote und unterstützt Gesetzesinitiativen, die die Vernichtung von Waren verbieten. H&M, Peek und Cloppenburg, Amazon und Hartlauer beantworteten die Anfrage mit allgemeinen Phrasen zu Nachhaltigkeitsinitiativen. Von den Unternehmen Kleiderbauer, Zara, Zalando und Conrad erhielt Greenpeace keine Antwort.

Modehändler blieben auf Millionen Kleidungsstücken sitzen
Offizielle Daten zur Dimension der Überschussmengen und Warenzerstörung in Österreich gibt es nicht. Jedoch führt auch die aktuelle Teuerung dazu, dass die Warenlager voll sind. Experten schätzen, dass in Industriestaaten bis zu 30 Prozent der produzierten Kleidung nicht verkauft wird. Während der Pandemie sind die Modehändler in Österreich auf 50 Millionen Kleidungsstücken sitzen geblieben.

Forderung nach Umwelt- und Sozialstandards
„Unser Überfluss basiert auf der Ausbeutung des Planeten und von Millionen Menschen im Globalen Süden. Wir brauchen jetzt das angekündigte Lieferkettengesetz, das endlich Umwelt- und Sozialstandards in der ganzen Lieferkette gesetzlich vorschreibt. Konzerne müssen ihr Geschäftsmodell ändern und statt Wegwerfware mehr Second-Hand-, Miet- und Reparaturservices anbieten“, fordert Konsumexpertin Lisa Panhuber.

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(Bild: kmm)



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