Wird das Auswirkungen auf einen allfälligen EU-Beitritt Serbiens haben? Der stellvertretende serbische Kulturminister Vladimir Tomcic gab jüngst zu, Agenten ins weltberühmte Londoner Wachsmuseum Madame Tussaud’s entsandt zu haben, damit diese dort eine kleine Menge Wachs von einer der Figuren abschaben. Er wollte die Qualität der Figuren auskundschaften.
Das Wachs sollte Tomcic, seinerseits Betreiberdes neuen serbischen Wachsmuseums, als Qualitätsprobe dienen;er wollte, so der Minister, damit sicherstellen, dass das im serbischenMuseum verwendete Wachs von ebenbürtiger Qualität sei.
"Qualitätsprobe" Der Plan ging allerdings nicht ganz auf: Die Agentenbegnügten sich im Eifer des Gefechts nicht damit, eine kleineProbe abzuschaben, sie brachen gleich zwei ganze Finger einerFigur ab. "Sie müssen mich wohl missverstanden haben", kommentierteTomcic den Vorfall lakonisch. Zur Frage, welche Figur jetzt zweiFinger weniger habe, meinte er, entweder Churchill, Rooseveltoder Stalin.
Politische Folgen? Serbische Politikwissenschaftler, darunter der namhafteAnalytiker Miroslav Lazanski, befürchten ernsthafte politischeKonsequenzen, besonders im Hinblick auf einen allfälligenEU-Beitritt. "Vorfälle wie dieser werden Serbiens Weg indie EU nicht gerade beschleunigen", so Lazanski.
Tussauds: "Gute PR" Bei Madame Tussaud's selbst nimmt man die Sache allerdingswesentlich gelassener und beteuert, der "Diebstahl" werde keinepolitischen Folgen haben. "Sie hätten uns nur zu fragen brauchen",sagte eine Pressesprecherin des Wachsfigurenkabinetts, fügteaber hinzu: "Bei uns werden andauernd Finger abgebrochen, dasist für uns gute Publicity."
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